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Vorwort zur zweilcn Auflage
Seit dem Erscheinen der 1. Auflage dieses Bandes der Operationslehre im Jahre 1940 hat die Chirurgie der Brustorgane dank der Verbesserung der Narkose und Schockbekämpfung und der Einführung der Antibiotica eine stürmische Entwicklung durchgemacht. Die Lungenresektion wurde in Form der Lobektomie, der Pneumonektomie und der Segmentresektion zu einem typischen Eingriff, der die chirurgische Behandlung der Lungeneiterungen und der Geschwülste und vor allem der Lungentuberkulose vollkommen verändert hat. Es war deshalb gegeben, daß diese Eingriffe eine eingehende Darstellung mit instruktiven Abbildungen erfahren haben.
Weil jede Lungenresektion eine genaue Kenntnis der anatomischen Verhältnisse zur Voraussetzung hat, war eine Besprechung der Anatomie in der Sicht der Thoraxchirurgie erwünscht. Da Prof. G. Tönduby als Anatom den Kontakt mit der Klinik von jeher besonders gepflegt hat, war es gegeben, ihn um seine Mitarbeit zu bitten. Er hat es verstanden, anatomische Präparate zu schaffen und zeichnen zu lassen, die ganz auf die Bedürfnisse des Chirurgen ausgerichtet sind, und die dieser namentlich bei schwierigen Fragen der Lungenresektion immer wieder gerne zu Rate ziehen wird.
Weil auch die Anaesthesie in der Thoraxchirurgie seit ihren Anfängen besondere Probleme stellt, schien uns eine zusammenfassende Darstellung einem wahren Bedürfnis zu entsprechen. Der Leiter der Anaesthesieabteilung der Universitätskliniken des Kantonsspitals Zürich Prof. G. Hossli hat es auf Grund seiner großen Erfahrung verstanden, die für die Praxis wichtigen Fragen herauszuarbeiten und für die einzelnen Eingriffe wertvolle Hinweise zu geben.
Bei der Chirurgie der Brustwand und namentlich der Brustdrüse wurden aus der 1. Auflage nicht nur die schönen plastischen Abbildungen, sondern auch der klare Text von 0. Kleinschmidt im wesentlichen übernommen, soweit die Abschnitte nicht ganz umgearbeitet werden mußten. Auch bei den Eingriffen am BrustfeO können einzelne Verfahren immer noch empfohlen werden, während bei der Behandlung der Bronchektasien und namentlich der Tuberkulose die Resektion ganz im Vordergrund steht. Von den zahlreichen Formen der Thorako-plastik sind nur noch wenige übriggeblieben, die in erster Linie zum Raumausgleich nach Lungenresektion noch eine gewisse Bedeutung beibehalten haben. Auch sie konnten mit kleinen Änderungen aus der 1. Auflage übernommen werden. Die übrigen Verfahren der Kollapstherapie werden auch noch besprochen, obwohl sie bei uns immer seltener zur Anwendung kommen. Da sie aber in gewissen Ausnahmefällen, auf die eingegangen wird, immer noch ihre Berechtigung haben, schien uns ihre Darstellung in einer allgemeinen Operationslehre doch erwünscht zu sein. Wir waren bemüht, namenthch bei der Besprechung der Anzeigestellung zu den einzelnen Eingriffen auf die durch die neuzeitliche Auffassung bedingten Änderungen besonders hinzuweisen.
Die Chirurgie des Herzens und der großen Gefäße ist noch in voller Entwicklung begriffen. Es werden nur die Eingriffe beschrieben, die wenigstens zum Teil auch außerhalb der großen spezialisierten Zentren ohne besondere Hilfsmittel