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DIE KLEINE HERRINNoch ist die Herrin des Lechnerhofes ins gestreifte Faschenband gewickelt, aber die Händchen hat sie schon energisch aus der Fesselung gelöst. Über den Kopfteil der Wiege ist als Fliegenschutz ein geblümtes Tuch gespannt, das die kleine Regina erhaschen will. Ihre Lebensmonate lassen sich noch an den Fingern einer Hand abzählen, doch ihre Stimme ist schon kräftig, oft genug kann man sie aus der Kindskammer vernehmen. Für das Hofgesinde bedeuten die Schreie eines Wickelkindes weder Bitte noch Befehl, sie beleben nur ein wenig die Stille, die wie ein Alp in den Stuben lastet.Herrenlos arbeitet auf dem Lechnerhof das Gesinde. Doch wer da meint, das sei ein Dasein ungebundener Freiheit, der irrt; es ist eher eine tiefe Bedrückung. Die Leute spielen mit dem Gedanken, ob sie nicht heute oder morgen die Zipfel ihres rup-fenen Wanderbündels knüpfen sollen, um mit der geringen Habe wegzuziehen. Sie hätten es vielleicht schon getan, spräche nicht ein ungeschriebenes Ge-