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Mme. de Carneilhan drehte das Gas ab, ließ aber die Porzellankasserolle noch auf der heißen Platte stehen. Neben den Kocher stellte sie die Empiretasse mit dem schwedischen Löffel und legte ein Roggenbrot dazu, das in ein mit rauher Seide besticktes türkisches Tuch eingeschlagen war. Von dem Duft der heißen Schokolade kam ihr ab und an ein nervöses Gähnen. Sie hatte allerdings auch nur sehr bescheiden zu Mittag gegessen - ein kahes Schweinskotelett und ein Butterbrot, dazu ein halbes Pfund Johannisbeeren; hinterher hatte sie eine Tasse sehr guten Kaffee getrunken. Nicht einmal ihre Handarbeit hatte sie dabei unterbrochen: die Anfertigung eines dreieckigen Kissens aus dem ganz hellen gerippten Samt einer alten Reithose. Aus einer Schnur von sehr feinmaschigem Stahl, die, so meinte Julie de Carneilhan, einmal zu einem Affen gehört hatte (ihr Bruder behauptete zwar, daß der Affe zu der Schnur gehört habe), wollte sie auf einer Seite des Kissens ein «C» bilden, oder aber ein «J» «Das C näht sich leichter, aber das J macht mehr her. Ja, so hat es Schmiß »
Sie deckte die dampfende Kasserolle zu und fuhr mit einem Lappen über die Fayenceplatte. Dann füllte sie Wasser in das Milchkännchen und schloß den Mülleimer. Damit glaubte sie ihren hausfraulichen Pflichten Genüge getan zu haben und kehrte in ihr Studio zurück. Als sie an dem Spiegel in der Diele vorbeikam, zog sie unwillkürlich die Nasenflügel eng zusammen, wodurch ihr Gesicht einen gewissen Zug bekam, auf den sie viel hielt, weil er, wie sie fand, ihren raubtierhaften Typ stärker betonte.
Da sie Stimmen im Treppenhaus zu hören glaubte, beeilte sie sich, ihren Hut aufzusetzen und einen hellen Mantel anzuziehen, dessen wolliges Tuch den fahlblonden Ton von Julies stark gelocktem, sehr kurz geschnittenem Haar fast wiederholte. Ein Paar verblichene Handschuhe wollte sie erst verwerfen, entschloß sich aber doch zu ihnen: «Fürs Kino smd sie allemal gut genug!» Dann setzte