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Schorsch Philipp Seuffert, seit der großen Frühlingsschladit im Jahre 1918 zu dringender Feldarbeit reklamiert, bemerkte Mitte Juni, daß sein Weib Anna Barbara guter Hoffnung war.
Schreck war das erste, was er empfand.
Draußen in Frankreich tobte noch der Krieg, viel fruchtbares Ackerland lag da noch brach, und die verharschten Rübenfelder wurden immer noch von Stahlsplittern, Kupferbolzen, Bleikugeln gepflügt, die Saatfurchen mit Blut und Leichenfäule gedüngt. In Fuchstanz, so hieß Seufferts Heimatort, las man, wie überall, die Heeresberichte mit blasser, stumpfer Verdrießlichkeit, die Kommunalnachrichten über Abgaben und Rationierung mit angstvoller Spannung. Nachts, auch manchmal am Tage, brummten die Flieger niedrig übers Gebirg, wie zornige Hornissen, von denen drei Stück einen Gaul umbringen. Aber die gingen auf die Stadt oder die Industrie, man hatte hier nichts zu fürditen und hörte von Bombenabvmrfen und Zerstörung mit der gleichen lüsternen Gruseligkeit wie früher von einer fernen Feuersbrunst.
Die Zeiten bös - das ICriegsende weit wie immer - der Erntestand recht mager - all das hätte nicht vermocht, die Angst in Seufierts Herzen über jede Wallung von Stolz und Vaterfreude siegen zu lassen, die heimlich aufmuckte, wenn er die Brust und den kaum erst geschwellten Leib seines jungen Weibes abends beim Ausziehen oder in der Arbeit unterm Kittel sich straffen sah.
Aber der Sommer ging immer weiter ins Land, die frühen Kartoffeln wurden schon ausgemacht, bald sollte der dritte Heuschnitt sein. Da geschah es in einer klaren Mondnacht, daß aus dem tiefsten Schlaf Schorsch Philipp Seufiert sein Weib weckte. Zuerst starrte sie ihn mit verschleierten Augen an, rappelte sich hoch, schwergliedrig, im Glauben, es sei etwas los im Stall oder in der Scheuer und sie müsse helfen. Dann bemerkte sie ohne Begreifen, daß der Mann vor ihr in voller Uniform stand, den Stahlhelm auf dem Kopf, den Tornister auf dem Rük-ken, neue Unteroffizierstressen hatte er sich auf den verblichenen Waf-