Bővebb ismertető
Einleitung
In unserem Jahrhundert begegnet man einem besonders starken Interesse an der Kunst der Etrusker. Vielleicht erklärt es sich aus einer neuen Betrachtungsweise der Malerei und Plastik. Während man im vorigen Jahrhundert allzusehr geneigt war, alle Kunst an der klassisch-griechischen zu messen, hat man durch die moderne Kunst neue Maßstäbe gewonnen.
Malerei und Plastik sind auch fast die einzigen Zeugen etrus-kischer Kunsttätigkeit. Von den Griechen und Römern sind - wenn auch als Ruinen - Häuser, Tempel oder gar Städte auf uns gekommen; das Etruskerland hat nichts dieser Art zu bieten. Die Etrusker bauten mit vergänglichem Material wie Holz, so daß von ihren Architekturen bis auf ein paar Fundamente nichts mehr erhalten ist. Nur ihre Grabhäuser schlugen sie in das Gestein der Erde hinein, oder sie fügten sie aus Steinen zusammen. Darum sind auch diese noch zum großen Teil erhalten. Sie geben jedoch nicht nur Zeugnis vom Reich der Toten, sondern auch von dem der Lebenden.
Die Etrusker waren davon überzeugt, daß die Menschen mit einem Teil ihrer Individualität in ihren Gräbern weiterlebten. Darum bauten sie den Toten Häuser, die aus beständigerem Material als die der Lebenden waren. Sie gaben ihnen alles mit, was sie zu Lebzeiten besaßen: Speisen, Geräte, Waffen, Gefäße, Götterbilder und dergleichen mehr. Was man den Toten nicht materiell mitgeben konnte - wie Spiele, Gastmähler, Gesang und Tanz -, das gab man ihnen im Bild mit, das man an die Wände ihrer Grabhäuser malte. So vermittelt uns das Reich der Toten eine genaue Vorstellung vom Reich der Lebenden. Damit sind die Gräber aber auch Schatzkammern der etruskischen Malerei.