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Vorwort
Im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses richtet sich die Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit auf die Westorientierung der Transformationsländer und deren Erfüllung der Kopenhagener EU-Beitrittskriterien. Darüber gerät oftmals aus dem Blick, daß der Beitritt der mittel- und osteuropäischen Staaten in die Europäische Union eine Entscheidung gesamteuropäischer Reichweite ist, die sich schon heute wesentlich auf die Beziehungen zu den ösriichen Nachbarn auswirkt. Umgekehrt werden ungelöste regionale Probleme zwischen den Beitrittsländern und den Nachbarstaaten des wesdichen GUS-Raumes durch die EU-Osterweiterung zu europäischen Problemen.
Diese direkte Nachbarschaft ohne ideologische Trennlinien oder Pufferzonen zwischen einer sich erweiternden EU und ihren östlichen Anrainerstaaten - Rußland, Ukraine, Belarus und Moldova - erfordert die Entwicklung eines differenzierten Kooperationskonzeptes für die EU, insbesondere für den Bereich der europäischen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Mit der Erweiterung wird die EU vom hohen Norden bis ans Schwarze Meer direkt an die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion grenzen. Ansatz des Projektes Direkte Nachbarschaft ist es, in diesen Fragen über die Beitrittsverhandlungen und die Angleichungsfragen des acquis commumutaire hinauszudenken und die Konsequenzen für die Beziehungen zu den künftigen Nachbarn zu erläutern.
Die im Eröffnungsbeitrag formulierten Ansätze einer Strategie der direkten Nachbarschaft bieten den Autoren der Länderstudien einen Rahmen für eine empirische, problem-orienderte Analyse der politischen, wirtschaftlichen und historisch-kulturellen Dimensionen der Beziehungen ihres Landes zu den östlichen Nachbarstaaten. Im Anschluß an die Bestandsaufnahme der »historischen Erblasten« erfolgt eine Einschätzung von Entwicklungspotentialen und Lösungsstrategien für die weitgefächerten Probleme der direkten Nachbarschaft zwischen den