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Das internationale Symposion der Historischen Landeskommission für Steiermark vom 29./30. Oktober 1998 in Graz. „400 Jahre Europapolitik Innerösterreichs um 1598 und österreichs zur zeit seiner EU-Präsidentschaft 1998"
von
Othmar PICKL / Graz
Die „Jahrhunderthochzeit" der - damals noch nicht vierzehnjährigen - Prinzessin Margaretha von Innerösterreich mit dem spanischen König Philipp III., der bekanntlich ein Weltreich regierte, vor 400 Jahren und die EU-Präsidentschaft Österreichs 1998 waren der Inhalt des oben zitierten internationalen Symposions. Es war reizvoll, die Aufgabe Innerösterreichs als „Vorposten Europas" um 1598 mit den Aktivitäten Österreichs zur Zeit seiner EU-Präsidentschaft 1998 zu vergleichen. Der erste Tag galt dem historischen Teil, wofiir Fachhistoriker aus Madrid, Rom, Wien, Innsbruck und Graz gewonnen werden konnten. Sie zeigten, dass von den drei habsburgischen Teilstaaten, die durch die Länderteilung nach dem Tod Kaiser Ferdinands I. 1564 entstanden waren, nämlich Donauösterreich, Innerösterreich und Vorderösterreich, Innerösterreich vor allem die Aufgabe zu erfüllen hatte, als Vorposten nicht nur des Reiches, sondern auch Europas die vom Balkan her angreifenden Osmanen abzuwehren.
Innerösterreich umfasste die Herzogtümer Steiermark, Kärnten, Krain, die Mark Istrien, Teile Friauls und die Hafenstadt Triest. Die vordringlichste Aufgabe des innerösterreichischen Landesfürsten Erzherzog Karls II. (1564 bis 1590), der Graz zur Residenzstadt seines Teilstaates gemacht hatte, war die Türkenabwehr, wofür enorme Geldmittel aufgebracht werden mussten. Das Steuerbewilligungsrecht aber stand den im Steiermärkischen Landtag vertretenen Landständen zu. Der überwiegend protestantische Adel konnte daher den Landesfürsten 1572 und 1578 im Gegenzug zu religiösen Zugeständnissen zwingen, wie sie in den protestantischen Territorien des Reiches den Katholiken nirgendwo gewährt wurden.
Mit Hilfe der von den Landständen bewilligten Türkensteuern gelang es Erzherzog Karl, die seit 1578 seinem Kommando unterstellte windisch-kroatische Militärgrenze vom Westende des Plattensees bis zur Adriaküste so auszubauen und zu befestigen, dass die Vorstöße der Türken im wesentlichen meist 80 bis 100 km vor der Grenze Innerösterreichs aufgehalten werden konnten. Innerösterreich und seine Bewohner hatten für diese Leistung, die sie von 1470 bis 1718, d.h. durch 250 Jahre lang nicht
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