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GELEITWORT
Diese Tiefenlotung in einem stürmischen Jahr deutscher Zeitgeschidite ist typisch für eine Generation junger Wissenschaftler, wie ich sie am Münsteraner Institut für Publizistik kennenlernte. Diese Nachkriegsgeneration, der man Skepsis nachsagt, stellt auch immer wieder ihre kritischen Fragen an die jüngste Vergangenheit. Dennoch fragt sie zwar nicht optimistisch, aber mit einer durchaus positiven Einstellung zur Zukunft.
Im Jahre 1948 schrieb mein Amtsvorgänger Walter Hagemann sein längst vergriffenes Buch „Publizistik im Dritten Reich". Es war die Anregung für viele seiner Schüler, in dieser Richtung weiter zu forschen, um damit vielen Fragen, zu denen sie bei der älteren Generation keine Antwort fanden, selbst auf den Grund gehen zu körmen. Die Rolle der Rhetorik als politisches Kampf- und Führungsmittel wurde untersucht, das Theater, die Vorbereitungen zum Anschluß Österreichs, die Propaganda der „Deutschen Christen" und die nationalsozialistische Literaturpolitik wurden behandelt bis hin zu den vielfältigen Mitteln der politischen Werbung zur Regie des öffentlichen Lebens durch das nationalsozialistische Regime. Diesem zeitlichen Schwerpunkt der Forschung an diesem Institut folgend, lagen mir weitere Arbeiten vor über die „Weltbühne" und ihr Ende, über die politische Werbimg in der Weimarer Republik und über den Deutschlanddienst der BBC im Zweiten Weltkrieg. Eine Anzahl weiterer Untersuchungen sind augenblicklich in Arbeit.
Die vorliegende Analyse der evangelischen Zeitschriftenpresse im Jahre 1933 ist nun die jüngste Arbeit aus diesem Themenbereich, die abgeschlossen wurde. Sie gibt eine Bestandsaufnahme der evangelischen Zeitschriftenpresse des Jahres 1933, sorgfältig nachgewiesen und dokumentiert, und sie ist mit einer typologischen und systematischen Inhaltsanalyse mehr als eine summarische Querschnittsbeschreibung. Vielmehr liegt uns in den beiden ersten Teilen eine über das rein Phänomenologische hinausgehende wertvolle Monographie des kirchlichen Kommunikationsmittels „Zeitschrift" vor. Dieses Medium Zeitschrift befand sich 1933 in einem pubhzistischen Notstand, ausgelöst durch eine politische Umwälzung.
Die Wahl des Augenblicks in der Geschichte dieser bestimmten Zeitschriftengruppe war jedoch nicht nur von vordergründigem Interesse oder der Erwartung besonderer Ergiebigkeit bestimmt. Die sozial-