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Die Experimentelle Bakteriologie und die Infektionskrankheiten mit besonderer Berücksichtigung der Immunitätslehre II. [antikvár]

Dr. H. Hetsch, Dr. W. Kolle

 
40. Vorlesung. Tuberkulose. Die Tuberkulose istbereits in den Überlieferungen aus der vorchristlichen Epoche der medizimschen Wissenschaft in ihren Erscheinungen so zutreffend geschildert daB an ihrem Vorkommen in den áltesten Zeiten nicht zu zweifeln ist. Eine interessante Bestatigung hat diese Auffassung durch die von Buffer u. a. ausgeführten üntersuchungen an ágyptilchen Mumien erfahren. In den Skeletteilen, namentlich an der Wirbelsáule, aber auch an den Weichteilen, z. B. den Psoasmuskeln, konnten mehrfach Veranderungen...
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40. Vorlesung. Tuberkulose. Die Tuberkulose istbereits in den Überlieferungen aus der vorchristlichen Epoche der medizimschen Wissenschaft in ihren Erscheinungen so zutreffend geschildert daB an ihrem Vorkommen in den áltesten Zeiten nicht zu zweifeln ist. Eine interessante Bestatigung hat diese Auffassung durch die von Buffer u. a. ausgeführten üntersuchungen an ágyptilchen Mumien erfahren. In den Skeletteilen, namentlich an der Wirbelsáule, aber auch an den Weichteilen, z. B. den Psoasmuskeln, konnten mehrfach Veranderungen festgestellt werden die sicher tuberkulösen Ursprungs waren. Als Entstehungsursache werden in den áltesten Beri'chten Erkáltungen, Unterdrückung der Körpersekrete und Blutungen angegeben. Aber auch die Annáimé, daB die Tuberkulose eine kontagiöse Krankheit sei, ist schon sehr alt; bereits in den pseudoaristotelischen Problemen" findet sich die Angabe, daB die Ansteckung von Person zu Person durch die Luft erfolge. Der Gedanke der Übertragbarkeit der Krankheit hielt sich, obwohl die Auffassung der Tuberkulose als einer Dyskrasie, die zur Schwindsucht führt" ebenso verbreitet war, unter den Arzten stets lebendig. Die anatomischen Veránderungen wurden zuerst gegen Mitte des 17. Jahrhunderts sorgfáltiger studiert, namentlich von Sylvius. der die Tuberkel als spezifische Krankheitsprodukte hinstellte. Im 18. Jahrhundert erwarb sich Laennec um die weitere Erforschung der Tuberkulose grofie Verdienste; er vertrat zuerst die Einheit des Tuberkulosebegriffes und lehrte die Abtrennung der Phthisis von anderen Lungenkrankheiten. Laennec erklárte auch als Erster die als Skrofulose" bezeichnete Aífektion der Drüsen für einen tuberkulösen ProzeB. Weiterhin bestimmten Virchows Anschauungen die weitere Entwicklung der Lehre von der Tuberkulose, allerdings nicht im Sinne des Fortschrittes. Virchow wollte die kásige Pneumonie von der Lungentuberkulose scharf getrennt wissen und sprach den Produkten der Tuberkulose jede spezifische Bedeutung ab. Experimentell wurde der Frage der Infektiositát zuerst von Klencke (1843) náhergetreten, der Kaninchen tuberkulöses Material in die Ohrvene spritzte und die Tiere an ausgedehnter Tuberkulose erkranken sah. Viliemin (1865) verfolgte diese Studien weiter und begründete durch gröBere Versuch sreihen die Auffassung, daB die Tuberkulose eine übertragbare Krankheit sei. Er untersuchte auch die einzelnen Infektionsarten genauer und kam, da er bei Tieren durch Einatmenlassen von verstaubtem Auswurf der Kranken Lungentuberkulose hervorrufen konnte, zu der Annahme, daB diePhthise durch Einatmen des Kontagiums zustande káme. Weitere wichtige Studien über die Tuberkuloseübertragung wurden dann von Cohnheim und Salomonsen ausgeführt, die nach Verimpfung tuberkulösen Materials in die vordere Augenkammer des Kaninchens unmittelbar an der Impfstelle die typischen Krankheitsprodukte, die Tuberkel, auftreten sahen. Aber trotz der Ergebnisse aller dieser Versucbe wurde die menschliche Tuberkulose nicht ohne weiteres allgemein von den Arzten als Infektionskrankheit anerkannt. Man legte vielmehr den Hauptwert auf die ererbte Disposition, die in einer Entzündungsvorgánge besonders erleichternden Konstitutionsanomalie bestehen sollte. Ja, manche Arzte wollten, weil sie die Tuberkulose vorwiegend in bestimmten Familien auftreten sahen, nur eme erbliche Übertragung dieser Krankheit anerkennen. Die Skrofulose" spielte hier ihre der weiteren Aufklárung der Tuberkuloseátiologie so lange verderbliche Rolle. Die verschiedenartigsten Krankheitsformen, bei denen die als Tuberkel bezeichneten Gebilde gefunden wurden, lieBen a priori eine Einheitlichkeit aller dieser Erkrankungen unwahrscheinlich erscheinen. Namentlicü konnten sich auch die Anhánger der Lehre von der infektiösen Natúr der Krankheit das Auitreten von Tuberkelknötchen in Abszefihöhlen, schwammigem Gewebe, bei Entzundungen aes Brust- und Bauchfells usw. nicht als zur Tuberkulose gehörig vorstellen. In alle diese dunklen Fragen wurde plötzlich helles Licht ge!rJreD'jT Bobért Koch im Jahre 1882 den Tuberkelbazillus entdeckte. Dieser auch Q7 Kolle und Hetsch, Bakteriologie. 7. Aufl.

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Cím: Die Experimentelle Bakteriologie und die Infektionskrankheiten mit besonderer Berücksichtigung der Immunitätslehre II. [antikvár]
Szerző: Dr. H. Hetsch Dr. W. Kolle
Kiadó: Urban & Schwarzenberg
Kötés: Könyvkötői kötés
Méret: 170 mm x 250 mm
Dr. H. Hetsch művei
Dr. W. Kolle művei
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