Bővebb ismertető
vorwort
1. Das Heilige Jahr ist ein Jahr der Gnade. Es ist námlich eine Zeit, in der das Volk Gottes mit neuer Entschiedenheit hintritt zu den Ouellen des Heiles und sich innerlich erneuert, um noch mehr ein priesterliches, prophetisches und heiliges Volk zu werden, das die Heiligkeit Christi, des Hauptes der Kirche, ausstrahlt und bezeugt. Diese Erneuerung soll zuerst in den Orts-kirchen (Bistümem) aufíerhalb der Stadt Rom geschehen, indem die Gláubigen unter der Führung der Bischöfe eingeladen werden, im Jubiláumsjahr eine aufrichtige Bekehrung an-zustreben, indem sie offener werden für das Wort Gottes und im Geist der Liebe sich bereit zeigen, sich mit Gott und den Brüdern auszusöhnen in Christus, durch den wir die ,,Versöhnung" empfangen habén (vgl. Röm 5,11).
Jesus Christus, der für uns starb und auferstand, ist der Diener der Versöhnung der Menschen mit Gott geworden. Er wird unablássig dargebracht durch den Dienst der Kirche (vgl. 2 Kor 5,18-19), die im Heiligen Jahr die Mahnung des Apostels eindringlicher als sonst wiederholt: „Wir beschwören euch, lafit euch mit Gott versöhnen" (2 Kor 5, 20).
Je entschiedener der Mensch sich mit Gott aussöhnt und auf ihn zugeht, um so mehr wird er in ihm die Kraft flnden, sich auch auf dem Weg der irdischen Pilgerschaft mit den Brüdern auszusöhnen und mit ihnen gemeinsam zum ewigen Vaterhaus hinzustreben. Für diese Aussöhnung ist das Opfer Christi das sprechendste Zeichen. Denn indem die Gláubigen von demselben Brot essen und aus dem gleichen Kelch trinken, bereiten die einzelnen Gláubigen und Gemein-schaften den Brüdern die Gabe, durch die sie mit wahrer Liebe zur Kirche erfüllt werden.
2. Das Werk der Bekehrung in den Ortskirchen wird sinnvoll zu Ende gefuhrt durch die Wall-fahrt nach Rom, zu jener Kirche námlich, der Petrus und Paulus das Evangélium verkündet und die sie durch ihr Blut geheiligt habén. „Mit dieser Kirche mufi námlich wegen ihres besonderen Vorranges jede Kirche übereinstimmen, d. h. die Gláubigen von allerwárts, denn in ihr ist immer die apostolische Tradition bewahrt von denen, die von allén Seiten kommen" (Irenáus, Adversus haereses 3, 3, 2).
So wáchst der Wunsch und der Wille, mit dem Heiligen Vater und den Brüdern aus allén Völ-kern, Sprachen und Nationen die Einheit des mystischen Leibes zu verwirklichen, es wáchst der Hunger und der Durst nach Gerechtigkeit und der aufrichtige Wille, Frieden zu stiften, und die Bereitschaft, den Bedürfnissen der Welt zu dienen.
3. Es ist sehr zu wünschen, dafi das Erneuerungswerk des Heiligen Jahres dem Geist der heiligen Liturgie entspricht, denn die Liturgie, vor allém die Sakramente der Eucharistie und der Bufie, sind die geeignetsten Mittel zur Aussöhnung mit Gott und den Menschen, aber auch zur inneren Erneuerung, welche die einzelnen Gláubigen und die kirchlichen Gemeinschaften anstreben sollen.
4. Um dieses Ziel zu erreichen, werden den Bischofskonferenzen einige Richtlinien angebo-ten. Diese sollen jedoch der Eigenart der betreffenden Völker angepafit werden mit Rücksicht auf ihre religiöse und psychologische Verfassung.