Bővebb ismertető
Antonfrancesco Grazzini
Die Erzáhlungen der Florentinischen Náchte
Die erste Novelle
Der alte Ser Anastogio wird ohne jeden Grund auf sein junges Weib eifersüchtig. Wie es das merkt, gerat es in Zorn und weift die Sache mit seinem Geliebten, den es sich erst jetzt erworben hat, so geschickt zu wenden, dafl es ans Ziel seiner Wünscbe ge-langt. Spdter, als dem Gatten ein Leid zustöfit, nimmt das Weib den Geliebten zum Mann. [10]
In unserer Stadt Florenz lebte vor nicht langer Zeit ein Notar, Ser Anastagio della Pieve. Er war ganz jung nach Florenz ge-kommen, lebte als Erzieher im Hause der Strozzi, immatriku-lierte sich, als er herangewachsen war, amtierte im Palast des Podesta, gewann Geld und wurde mit der Zeit ein reicher Mann. Als er schon ziemlich alt geworden war, beschlofi er, da er nicht wufite, wem er sein Vermögen einmal hinterlassen sollte, ein Weib zu nehmen. Da es ihm nicht auf die Mitgift ankam, heira-tete er ein junges, edles, schönes Mádchen, das von ihm, abge-sehen von den ehelichen Verrichtungen, in jeder Beziehung zu-friedengestellt wurde. Was es habén wollte und sich wünschte, bekam es. Der Alte hatte eine so grofie Zuneigung zu seiner Frau und war dermafien in sie verliebt, daí? er so eifersüchtig wurde, wie man sich nur denken kann. Und er verwandte mehr Eifer und Sorgfalt darauf, sie wohl zu behüten, als sich nach neuen Klienten umzusehen und nach neuen Kontrakten.
Als sie bemerkte, dafi ein Arzt in ihrer Nachbarschaft, der vor kurzem erst von Paris, wo er studiert hatte, zurückgekehrt war - ein Mann von ungefáhr fünfunddreiíSig Jahren, liebenswürdig und anmutig um sie in der freundschaftlichsten Weise herunv schwánzelte, begann sie ihm ein freundliches Gesicht zu machen. Infolgedessen ging der Arzt, froh über die MaíSen, sehr oft an ihrem Hause vorbei, sie zeigte sich ihm immer freundlich und verliebte sich endlich in ihn. Wie nun so eins das andere liebte, ersehnten beide nichts brennender, als sich zusammenzu-