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VORWORTBeim Ausbruch des ersten Weltkriegs verfugte die Schweiz über keine geeignete Flugwaffe, trotz der von Milizoffizieren ein Jahr zuvor initiierten, überraschend erfolgreichen Nationalspende zum Aufbau einer Militäraviatik. Anders als in allen anderen westeuropäischen Ländern setzte sich diese bei Ausbruch des ersten Weltkriegs lediglich aus einer Handvoll privater, von den Piloten selbst mitgebrachter Flugzeuge, sowie weiteren, an der Landesausstellung requirierten Maschinen zusammen. Von diesen beschlagnahmten Fluggeräten wurden einige rasch als untauglich befunden, zwei jedoch, die sogenannten Wildmaschinen, den Militärfliegern zugeführt.Ihr Konstrukteur, Robert Wild, seines Zeichens Chefkonstrukteur des deutschen Aviatik Werks Mülhausen, stand zu diesem Zeitpunkt als Oberleutnant der Genietruppen unter der Schweizer Fahne. Nachdem die kurz vor Kriegsausbruch in Deutschland bestellten, von Franz Schneider, einem weiteren Schweizer Konstrukteur entwickelten Maschinen nicht geliefert werden konnten, erging der erste Auftrag zur Entwicklung eines Schweizer Militärflugzeugs an Wild. Als der erste Weltkrieg zu Ende ging, machten seine Modelle ein Drittel des Bestandes der Schweizer Flotte aus.Obwohl Wilds Maschinen zu den besten ihrer Zeit zählten, war der stattliche Bestand zu Kriegsende alles andere als selbstverständlich. Die für die Vergaben zuständige Kriegstechnische Abteilung (KTA) bevorzugte nämlich die von der staatseigenen Konstruktionswerkstätte (K+.W) entwickelten Flugzeuge. Erst als sich diese nicht bewährten, wurden während den Kriegsjahren weitere Wild Flugzeuge von K-l-W in Thun in Lizenz gebaut. Robert Wild war aber bald wieder beruflich im Ausland, und somit der erste Versuch zum Aufbau einer eigenen Schweizer Flugzeugindustrie praktisch schon wieder am Ende.Zwischen dem Zeitpunkt von Robert Wilds Wirken und heute liegen etwas mehr als hundert Jahre bewegte Geschichte. Heute verfugt die Schweiz, neben den Nachfolgeorganisationen der KTA und der K+W, mit den Pilatus Flugzeugwerken wieder über eine eigene Flugzeugindustrie. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen setzt die Schweizer Luftwaffe nicht weniger als vier einheimische Flugzeugmuster in ihrem täglichen Einsatz zur Püoten-ausbildung und zum Schutz des Luftraums ein.Heute wie damals sieht sich die Luftwaffe mit grossen technischen, sicherheitspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. In Zeiten, in denen der Wandel als einzige Konstante beschworen wird, und dieser Wandel rasch, überraschend und tiefgreifend erfolgen kann, tut man gut daran, sich seiner Geschichte bewusst zu sein.Das vorliegende Buch soll uns daran erinnern, welches Potential unser Milizsystem in sich birgt und vor Augen führen, welche Qualität unsere Bildungslandschaft zu generieren vermag. Gleichzeitig soll es uns aber auch mahnen, das angebotene Wissen und Können konsequent zu nutzen, und dabei wichtige, wenn auch schwierige Entscheide weitsichtig und damit rechtzeitig zu fällen und umzusetzen.Kommandant Luftwaffe Divisionär Peter Pablo Merz