Bővebb ismertető
Das Moralische sei das, was sich immer von selbst versteht, pflegte der kernige Schwabe Friedrich Theodor Vischer zu sagen. Diesem tüchtigen Spruch zufolge sind wir geneigt, uns unter einem Moralisten einen langweiligen Menschen vorzustellen, der mit Selbstverstándlichkeiten wichtig tut. Von den hier versammelten französischen Moralisten gilt aber das Gegenteil. Was sie vorbringen, ist eher überraschend als selbstverstándlich. Sie tun auch nicht wichtig damit, sie sprechen leise und wirken keineswegs langweilig, sondern anregend oder gar spannend. Ich möchte sie geradezu als Moralisten mit umgekehrtem Vorzeichen hinstellen. Wenn man sich auf diese Umkehrung besinnt (wozu die Einleitung, Auswahi und Verdeutschung der Texte von Fritz Schalk die günstigsten Gelegenheiten bietet), wenn man immer wieder sich fragt, wie die Überwindung der moralisierenden Plattheit zustande kommt, so hat man einen guten Faden in der Hand, um in den Wandelgangen der französischen Moralisten die eigene Richtung nicht zu verlieren. Denn jeder dieser Denker und Ausdruckskünstler hat etwas Verführerisches, jeder will uns in seine Richtung mit sich ziehen, jeder ist freimütig auf eigene Art, jeder ungeduldig mit den Zustánden und Meinungen seiner Zeit. Aus Freimut und Ungeduld verschmáhen oder versáumen sie die systematische Ordnung und Logik, durch die doch alléin das begriífliche Denken bestándig und zwingend wird. Mit Freimut und Ungeduld würzen sie den Ausdruck ihres Sinnens und Forschens und íinden