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Die freigelassene GriechinPraxedis zuRoman Julia,die Gattin des Decius Gallicus zu Vienna: Verehrungswürdige Herrin, ich erfahre soeben, daß in den nächsten Tagen die Legion des Quintus Crassus von Rom nach Gallien verlegt werden soll, und eile daher, einem ihrer Tribunen jenen ausführlichen Be= rieht anzuvertrauen, um den mich Deine schwesterliche Liebe zu meiner teuren Herrin gebeten hat. Denn an= scheinend vermochte ich Dir in meinem ersten Bericht die Dinge nicht klar genug darzulegen. Ich bitte Dich, verzeih mir meine Verworrenheit ich war, als ich Dir schrieb, über die erschütternden Vorgänge noch allzu tief erregt. Außerdem bestanden über die Zuverlässigkeit meines damaligen Boten einige Zweifel, und die Dir bekannte Verfolgungs welle war noch nicht völ lig abgeklungen. Inzwischen hat sich die gefahrvolle Lage gebessert. Der Bote, den ich wählte, ist zwar kei= ner Deiner Glaubensgenossen, aber verschwiegen und vorurteilsfrei, ein nüchterner Römer, der jene Verfol