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Magnus Backes - Die Geburt Europas [antikvár]
 
StiM'ÄlMi» DIE KUNST VOM ENDE DES RÖMERREICHES BIS ZU KARL DEM GROSSEN Europa, wie wir es heute verstehen, bildete sich in langen Wirren, in deren Verlauf nicht nur die Herrscher des Römerreichs abgelöst, sondern auch das kulturelle Erbe einer langen Entwicklungszeit in der Antike verwandelt wurde. Das alte Imperium in seiner Spätphase mit den krassen sozialen Unterschieden konnte sich in seiner Ohnmacht und Unordnung auf die Dauer den andrängenden jungen Germanenstämmen nicht widersetzen. Die Teilung des Reiches in Ost- und...
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StiM'ÄlMi» DIE KUNST VOM ENDE DES RÖMERREICHES BIS ZU KARL DEM GROSSEN Europa, wie wir es heute verstehen, bildete sich in langen Wirren, in deren Verlauf nicht nur die Herrscher des Römerreichs abgelöst, sondern auch das kulturelle Erbe einer langen Entwicklungszeit in der Antike verwandelt wurde. Das alte Imperium in seiner Spätphase mit den krassen sozialen Unterschieden konnte sich in seiner Ohnmacht und Unordnung auf die Dauer den andrängenden jungen Germanenstämmen nicht widersetzen. Die Teilung des Reiches in Ost- und Westrom beschleunigte diesen Prozeß. Zunächst zogen die seit dem 3. Jahrhundert im Donauraum ansässig gewordenen Westgoten unter Alarich um 400 nach Italien. Die eihg dorthin gerufenen römischen Truppen ließen dabei die Rheingrenze ungenügend gesichert, so daß Franken und Burgunder, Alemannen und Wandalen verhältnismäßig leicht nach Gallien einfallen konnten. Nach Alarichs Tod zogen die Westgoten weiter über die Provence nach Spanien. Am Religionsunterschied scheiterten Versuche, eine Vereinigung von katholischen Römern und arianischen Goten zu erreichen. Ähnliches wiederholte sich bei den Ostgoten, die sich 454 von den Hunnen befreit hatten und in Noricum vom byzantinischen Staat aufgenommen worden waren. Unter dem Amaler Theoderich, zugleich kaiserlicher Generalissimus und Konsul, brachen sie auf Wunsch des Kaisers 488 nach ItaUen auf. Sollte damit ursprünglich die Kontrolle über das Westreich erneuert werden - und Theoderich empfand sich anfangs auch nur als Statthalter (Abb. 14) - so führte vor allem der religiöse Gegensatz nach 560 zum Bruch mit Ostrom und schließlich zur Niederwerfung der Einwanderer zur Zeit Kaiser Justinians. Fehlgeschlagen war auch hier der Versuch, das römische Staatswesen mit germanischen Kräften zu übernehmen. Der in die Sage eingegangene König restaurierte selbst antike Bauwerke. Die eigenen Bauten in Ravenna entsprachen der gleichzeitigen Kunst Ostroms, aber die Weitergabe südrussischer Goldschmiedetechniken aus ihrer alten Heimat, insbesondere des Gold-cloisonnes (Abb. 16), die Verarbeitung spätrömischer Formen (Abb. 14-15) oder die kulturelle Verbindung der Westgoten mit Byzanz (Abb. 22-23) lassen diese Germanen zu wichtigen Vermittlern auf dem Weg nach Europa werden. In das nach der Niederwerfung der Ostgoten erschöpfte Italien fielen nach dem Tod Kaiser Justinians 565 die Langobarden ein. Ihre Herzöge konnten nicht verhindern, daß sich die Reste der byzantinischen Herrschaft in den Städten am Meer behaupteten, die Eroberung blieb jedoch dauerhaft. Die wenigen neuen Bauwerke bestanden entweder aus Spolien oder ahmten antike Vorbilder nach (Abb. 21). Eine gewisse Änderung brachte die Bekehrung zum Katholizismus, an der die Königin Theodelinde zusammen mit Papst Gregor dem Großen maßgeblich beteiligt war. Getaufte trugen zum Zeichen ihrer Gesinnung kleine Goldkreuze (Abb. 17), auf denen sich die Verschmelzung germanischer Formvorstellungen mit der Kunstwelt der Mittelmeergebiete und auch die vorsichtige Aufnahme menschlicher Darstellungen recht gut verfolgen läßt. Kleine Kunstwerke, oft Schmuckstücke, zeigen die Verbindung germanischer Tierformen mit den Flechtbändern antiker Provenienz und eine Vereinfachung der spätrömischen Ornamentik, die bis in das Mittelalter weiterwirkt. Da die Architektur nur allmählich eigenständige Formen entwickelte, erweisen sich diese kleinen Kunstwerke aus Edelmetall als eine Art Seismograph der geistigen und geistlichen Entwicklung. Außerhalb Italiens hatten sich auf dem rechten Rheinufer die Franken aus mehreren Stämmen zusammengeschlossen und stießen während des 4. Jahrhunderts nach Gallien vor. In einer wilden Umbruchszeit, wie sie der Bericht Gregors von Tours drastisch vor Augen führt, standen sich Altes und Neues gegenüber. In diesen zunächst sehr armen Gemeinwesen galten der Kampf mit der Natur oder karitative Werke als etwas Heiligmäßiges, und sie erscheinen demzufolge häufig in den Heiligenviten. Von grundlegender Bedeutung erweist sich in der geschichtlichen Nachschau 496 nach dem Sieg über mehrere

Termékadatok

Cím: Die Geburt Europas [antikvár]
Szerző: Magnus Backes Regine Dölling
Kiadó: Holle Verlag GmbH.
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 190 mm x 230 mm
Magnus Backes művei
Regine Dölling művei
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