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Die gefangene Eiche
Ari der LandstraíSe stand eíne riesige Eiche. Sie wuchs aus dem Korngewoge der Flur, um die sich am blauen Horizont díe Berge schlossen, und war in ihrem schweren Grün von wtither zu sehen. Wo ihre Kühle hinschattete, wich der Getreidesaum: Rasen quoll, und es schien beinahe, als ware hier der schwankende Wall des Weizens zurückgemaht worden, damit sich der machtige Stamm um so gewaltiger abhebe Unter den Zweígen rasteten allezeít viel Wande-rer. lns Gras waren stets Radspuren gedrückt von Wagen, die von der Strafie ín dies kleine Reich am Rande des Korner hineíngefahren waren, wo díe Bauern sich und den Rossen ein Weilchen Rast gewáhrten. Sie lagen offenen Auges auf dem Rücken, blickten gedankenlos, wahrend die Pferde stampften, in das Innere der Baumkrone, die kein Ende zu habén schien und wie eíne Glocke standig über ihnen erklang.
Dieser Blick schien zugleich in den DachstuhI einer hohen Kírche zu steígen, wo sich Sparren und Balken tausendfach überkreuzten und immer höher hinaufschwangen in eín grünes Dunkel, durch das unzahlige Sonnenpfeile schossen. Es fiel manchmal ein Hirschkafer von der Bőrke nieder, und die Bauernhande griffen ihn behutsam vom Boden auf, hőben ihn vor die Augen und freuten sich der starken Re-gung des bewehrten Körpers.
Es gab noch andere Baume in der Saatflur, doch keínen, der wie dieser emporgedrungen war und über dem ganzen Land zu wipfeln schien. In der Ebene, die bis zu den Bergen sich rundete, war er der Mittelpunkt, die Achse der Landschaft. Er war den Leuten meilenweit zum Heíligtum geworden, ohne den die Heímat eínen Tragpfeiler verloren hatte Ohne das breite Astgezack ware die Aussicht auf den Hímmel leer gewesen, denn wie die verscblungenen Wurzeln in die Erde griffen, ratselhaft verbunden mit den unsichtbaren N'áhrwassern der Tiefe, griff das Geast in die unendliche Tiefe des Himmels, daU man, besonders zur