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PROLOG
Gairloch, Schottische Highlands, 1432
Er war nackt. Herrlich nackt. Er glich einer Heldengestalt aus der Sagenwelt, mit breiten Schultern, einem muskulösen Brustkorb und sehnigen Schenkeln. Gebannt wanderte ihr Blick über kraftvolle Arme zu schmalen Hüften, über einen flachen Bauch zu einem prallen Gesäß und verweilte schließlich an der Stelle zwischen seinen Schenkeln, wo seine prachtvolle Männlichkeit sich aus einem schwarzen Vlies reckte.
Sie sah wieder nach oben. Die Schatten teilten sich, und zum ersten Mal konnte sie sein Gesicht erkennen. Ein schönes Antlitz, von Verlangen gezeichnet. Die unverhüllte Begierde erschreckte sie, aber sie weigerte sich, ihre Furcht zu zeigen.
Bei aller Beklommenheit war sie von seiner männlichen Schönheit gefesselt: ebenmäßige Gesichtszüge mit durchdringend blauen Augen, geschwungenen Lippen und dunklem Haar, in dem rötliche Glanzlichter schimmerten.
Er näherte sich dem Bett. Ängstlich wich sie zurück, da sie ahnte, was er von ihr begehrte.
„Nein, das darfst du nicht tun."
„Ich muss es tun." Schon häufig war er ihr erschienen, hatte jedoch nie zuvor gesprochen, und das tiefe Grollen seiner Stimme flößte ihr Angst ein.
Wer war er?
„Ich kann dich nicht lieben", flüsterte sie.
„Ich verlange keine Liebe."
Er ließ sich auf dem Bett nieder, ihre Körper schmiegten sich aneinander. Sengende Hitze durchströmte sie. Sie