Bővebb ismertető
VORWORT
Die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien zählt zweifellos zu den bedeutendsten und angesehensten der Welt. Sie verdankt dieses Ansehen nicht der kunstgeschichtlichen Volkählig-keit aller Schulen und Meister, um die es den Museumsgründungen des 19. Jahrhunderts zu tun war, sondern vor allem dem Reichtum an Hauptwerken auf gewissen Einzelgebieten. So begründen die Sammlung der Altniederländischen Tafelbilder, der Dürer-Saal mit dem Allerheiligenbild als Mittelpunkt, die Bilder des Bauern-Bruegel, die rund die Hälfte von dessen Gesamtwerk darstellen, die Kunst der Rudolphinischen Hofmaler und besonders die Meisterwerke der Flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts, eines Rubens, Van Dyck und ilirer Zeitgenossen, den R\ahm der einen Hälfte der Galerie, während unter den Italienern in erster Linie die vielen Hauptstücke der führenden venezianischen Maler des 16. Jahrhunderts, eines Giorgione, Tizian, Tintoretto, Veronese, die nirgends auf der Welt in solcher Geschlossenheit gesehen werden können, daneben die Malerei des Caravaggio-Kreises und die folgende Barockmalerei der Stolz der Galerie sind. Nimmt man auf der einen Seite noch die Meister der Donauschule mit Cranach, Altdorfer und Wolf Huber und die Bildniskunst Holbeins oder die Perlen der Holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, die Bildet von Hals, Rembrandt, Vermeer van Delft, auf der anderen Seite etwa die nicht durch die Zahl, aber durch den Rang hervorragenden Gemälde der oberitalienischen Renaissance-Malerei eines Correggio, Bronzino, Parmegianino und schließlich die Venezianische Vedutenkunst des 18. Jahrhunderts mit den dreizehn Wiener Stadtbildern Canalettos, so ergibt sich schon ein Gesamtbild von ausgeprägter Eigenart und zugleich von überraschender Mannigfaltigkeit. Aber es würde dem Bild noch eine besondere Note fehlen, wollte man die spanische Porträtkunst - als einen Hauptglanzpunkt - vergessen, in deren Zentrum die berühmten Infantinnen- und Königsbildnisse des Velazquez stehen.
In diesem, man möchte sagen persönlichen Charakter, den die Wiener Galerie mit einer anderen europäischen Sammlung, dem Prado in Madrid teilt, kündigt sich ihr Werdegang an. Beide Sammlungen sind das Werk der Habsburgischen Dynastie, das Ergebnis einer rund vierhundertjährigen Sammeltätigkeit. Fast jede Generation hat das Ihre, das heißt nach den Stilbegriffen der Zeit und dem Ermessen und dem Geschmack der Fürsten beigetragen. Eine wirkliche Galeriegeschichte müßte oft mehrere Persönlichkeiten für ein und denselben Zeitraum nennen. Drei Persönlichkeiten müssen jedoch besonders hervorgehoben werden: Erzherzog Ferdinand von Tirol (i 5 29-15 9 j), der Begründer der Ambraser Sammlung, dessen Kunstinteresse zwar zum Teil gewiß vorwiegend historisch gefärbt war, aus dessen Sammlung aber doch auch einige sehr wichtige Gemälde der späteren Galerie zuwuchsen; Kaiser Rudolph II. (1522-1612), der Nefife des Vorgenannten, der seine Residenz auf dem Hradschin in Prag zu einer Sammelstätte erlesenster Kunstwerke gemacht, der an der Erwerbung von Bildern Dürers und anderer großer Deutscher mindestens ebenso interessiert war wie solcher Correggios und Parmegianinos, die dem Zeitgeschmack entsprachen, der aber darüber hinaus auch als Auftraggeber an seine Hofmaler einem Stil persönlicher Prägung zum Durchbruch verhalf; Erzherzog Leopold Wilhelm (1614-1662), der Bruder Kaiser Ferdinands III., der während seiner zehnjährigen Statthalterschaftin den Spanischen Niederlanden (1647-1656) eine der bedeutendsten Bildersammlungen des damaligen Buropa, den Grundstock der späteren Galerie, zusammenbrachte, in der neben der Venezianischen Malerei als dem begehrtesten Sammelgebiet der Zeit die Flamen und Holländer seines Zeitalters daneben aber auch die Altdeutschen Meister und besonders die Altniederländer von Jan van Eyck bis herauf zu Bruegel Aufnahme fanden. Und schließlich als vierte Persönlichkeit noch Kaiserin Maria Theresia (1717-1780), unter der 1776 der Ankauf der großen Gemälde des Rubens und Van Dyck erfolgte. Damit sind freiUch nur die wichtigsten Marksteine im geschichtlichen Werdegang aufgezeigt, die allerdings auch für die spätere Galerie die wichtigsten und tonangebenden Akzente setzten.
i'i I. >:
-r !i".
5