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VORWORT
Als ich zwölf oder dreizehn Jahre alt war, versprach mir ein Onkel, dem ich die Liebe zu Büchern und Bildern verdanke, mich auf eine Entdeckungsfahrt mitzunehmen. Ich sollte mit ihm den Turm der alten Laurentius-Kirche in Rotterdam besteigen.
Und eines schönen Tages schloss ein Küster mit einem so mächtigen Schlüssel, wie er zur Peterskirche in Rom gehören mag, eine geheimnisvolle Tür auf. „Läuten Sie," sprach er, „wenn Sie herunterkommen und heraus wollen!" Und während die Tür in ihren verrosteten Angeln knarrte, schnitt er uns von dem Lärm der belebten Strasse ab und schloss uns in eine Welt neuer, seltsamer Erlebnisse ein.
Zum erstenmal im Leben spürte ich, dass man Stille hören kann. Als wir den ersten Treppenabsatz erstiegen hatten, konnte ich mein beschränktes Wissen von Naturerscheinungen um eine neue Entdeckung vermehren, nämlich: dass Dunkelheit sich fühlen lässt. Ein Streichholz zeigte uns den Weg weiter hinauf. Wir gelangten zum nächsten Absatz und dann zum nächsten und nächsten, bis mir die Zahl entfallen war, und dann kam noch ein Absatz und plötzlich standen wir in einem Meer von Licht. Dieser Absatz lag ebenso hoch wie das Kirchendach und diente als Speicher. Dick mit Staub bedeckt, lagen hier, einsam und verlassen, die Symbole eines ehrwürdigen Glaubens, den die guten Bewohner der Stadt vor vielen Jahren abgelegt hatten. Was ihren Vätern Leben und Tod bedeutet hatte, war hier zu Abfall und Plunder geworden. Zwischen geschnitzten Heiligenbildern hatte sich die fleissige Ratte eingenistet und die immer wachsame Spinne hatte ihr Netz zwischen den erhobenen Armen eines freundlichen Heiligen gesponnen.
Wir stiegen noch ein Stockwerk und sahen nun, woher wir das Licht bekamen. Gewaltige offene Fenster mit schweren Eisenstäben machten den hohen, öden Raum zum Ruheplatz für Hunderte von Tauben. Der Wind blies herein, und die Luft ertönte von zauberischer, anmutiger Musik. Es war der Lärm der Stadt unter uns, aber geklärt, geläutert durch die Entfernung. Das Rollen