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DIE HINTERGRUNDE DER LIEBESGESCHICHTE Die Geschichte der beiden jungen Liebenden aus Verona, Romeo und Júlia, ist allgemeiri bekannt. In aller Welt steht ihr Geschick als Symbol für eine ebenso leidenschaftliche wie tragische Liebe. Es wurde geradezu zum Paradigma aller unglücklichen Liebesgeschichten durch die Jahrhunderte bis zum heutigen Tag. Die allgemeine Verbreitung, die die Geschichte erfuhr, und eine gewisse Rührung sind der Grund, der viele Liebespaare zu den Ortlichkeiten pilgern Iáik, an denen sich das Geschehen abgespielt habén soll, fast eine Beschwörung des Schicksals, ein Gebet um ebenso viel Kraft und Treue wie sie die beiden Tiebenden bewiesen, die den gemeinsamen Tod einem getrennten Leben vorzogen. Sucht man nach Gründen für den beispiellosen Erfolg dieser Geschichte, so sind sie wohl hauptsáchlich in zwei Faktorén zu erkennen: einmal im berühmten Drama Shakespeares, und zum zweiten in der sentimentalen Grundmatrix der Erzáhlung selbst, die mit der Gegenübersetzung zweier kontrárer Motive spielt, mit Liebe und Hafí, Leben und Tod. Shakespeare kannte den Stoff aus früheren literarischen Quellen, er wuíke ihn aber genial zu erweitern und zu überhöhen, so dafi er in dieser Ausformung seinen Siegeszug um die Welt antreten konnte. Ein tieferes Verstándnis des Stoffes ist aber nur möglich, wenn man der Grundkonzeption der Geschichte auf den Grund geht. Sie liegt in der gleichzeitigen Anwesenheit von Liebe - einer überaus leidenschaftlichen Liebe - und Hafí, der die Familien der beiden Liebenden trennt und schliefilich auch zum tragischen Untergang führt. Das Aufeinanderprallen von Liebe und