Bővebb ismertető
Weidenbach 1913
Es wurde allmählich Frühling in Siebenbürgen. Morgens lag noch feiner Reif auf den Wiesen, in einigen Mulden des Hügellandes hielten sich gelbliche Schneeflecken. Aber über Mittag war die Luft schon sanft, und die Vögel wärmten ihre schmal gewordenen, roten und gelben Brüste in den Hecken. Die Triebe der Pflanzen wurden mit jedem Tag FrühUngssonne praller. Im Morgengrauen lauschten die Menschen dem ersten, zögernden Vogelgezwitscher und wußten, daß die strenge Stille des Winters vorüber war. In Weidenbach hatte das Tauwetter die lehmige Dorfstraße wie jedes Jahr in Morast verwandelt. Über den matschigen Pfützen bildete sich nachts noch eine dünne Eisschicht. Die Dorfbuben, die die Büffelherde mittags schon manchmal an den Bach hinaustrieben, freuten sich, wenn das Eis unter ihren groben, dick eingewachsten Schnürstiefeln leise knisternd nachgab.
Das Dorf erwachte aus der Winterruhe.
Dann und wann kamen die alten Bäuerinnen mit ihren schwarzen Kopftüchern aus den Häusern hervor und setzten sich für ein paar Minuten auf eine der verwitterten Holzbänke, die neben den mächtigen Rundbögen der Hofeinfahrten links und rechts entlang der Straße standen.
Sie hatten dabei die alte Kirchenburg vor Augen, die das Dorf überragte und seinen Bewohnern seit Jahrhunderten Schutz bot. Dicht neben der Kirche lag das Pfarrhaus, wuchtig, efeuumrankt wie die Mauer des Gotteshauses.
Alles war so, wie es immer gewesen war. Nichts deutete in diesem südöstlichen Winkel Europas darauf hin, daß es draußen in der Welt brodelte, daß das Habsburger Reich, zu dessen Kronländern Siebenbürgen seit langer Zeit zählte, seinem Un-