Bővebb ismertető
Hassen Sie mich, wenn es denn sein mufi", schrieb einmal Émilie, Marquise du Chátelet, an Friedrich den Grófién. Wenn Sie Freude an einem so primitiven Gefühl habén, möchte ich Sie dessen nicht berauben. Nur um eines bitté ich Sie: Seien Sie nicht gleichgültig, das könnte ich nicht ertragen. Sie dürfen lachen über meine naturwissenschaftlichen Arbeiten und meine Obertragungen der altén Klassiker, wenn es Ihnen Freude macht, mich mit Verachtung zu behandeln; doch ignorieren Sie mich nicht. Beurteilen Sie mich nach meinen Meriten oder nach dem Fehlen solcher Meriten; doch betrachten Sie mich nicht blofi als Gefolge etwa dieses grofíen Generals oder jenes verdienten Gelehrten, dieses Sterns am französischen Hofe oder jenes berühmten Dichters. Ich bin ein eigener Mensch und mir alléin verantwortlich für alles, was ich bin, was ich sage und was ich tue. Es mag Metaphysiker und Philosophen geben, deren Wissen gröfier ist als das meine; ich habe sie noch nicht kennengelernt. Doch auch sie sind nur schwache, mit Fehlern behaftete Menschen, und wenn ich meine Gaben zusammenzáhle, so darf ich wohl sagen, dafi ich niemandem unterlegen bin." Der Preufienkönig, obwohl einer der arrogantesten Mánner des überheblich-intellektuellen achtzehnten Jahrhunderts, nahm der Marquise diesen Brief nicht übel - ihm war damals viel daran gelegen, sie und ihren Geliebten Voltaire, den Literaturpapst seiner Epoche, zu einem Besuch in Berlin zu bewegen. Dies war noch nicht die Zeit seiner heftigen Fehde mit Émilie, die auf beiden Seiten zu so átzend scharfen Briefen führte. Vielleicht auch war er tatsáchlich ein Bewunderer ihrer Arbeiten. SchlieÉlich gab es damals nur wenige Frauen, die auch nur des Lesens und Schreibens kundig waren; Émilie hatte aufierdem zahlreiche Experimente in Physik, Chemie und