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EinleitungSeit Adam und Eva ist die eine Hälfte der Menschheit weiblich. Glaubt man der Bibel, war es ein Apfel, der Schuld hatte, dass diese weibliche Hälfte in Verruf kam. Aber warum eigentlich betrachtete man den Apfel nicht als gut gemeinten Versuch zur gesunden Ernährung, sondern interpretierte ihn als Frucht der Erkenntnis und böse Versuchung? Äpfel hatten auch im alten Griechenland gefährliche Folgen für Frauen und Männer, denn als Schönheitspreis in Gold an Helena verliehen, lösten sie den langen Trojanischen Krieg aus. Helena war ebenso eine Tochter des Zeus wie die Göttin der Weisheit, Athene. Im griechischen Götterhimmel wimmelte es von mächtigen Frauen, aus alter Vorzeit kennt man Matriarchat und Mutterrecht, die siegreichen Amazonen oder Städtegründerinnen wie Dido und Libussa.Man machte Frauen zu Sünderinnen oder Göttinnen - in der Wirklichkeit hatten sie jedoch wenig Rechte. Trotzdem bestimmten auch sie die Geschicke - allerdings kam man lange nicht auf die Idee, eine Geschichte der Frauen zu schreiben. Nun hat sich seit einigen Jahrzehnten die Forschung -auch die der Männer - des Themas angenommen, und es steht fest, dass die Geschichte der Frauen ein nicht wegzudenkender Teil der abendländischen Geschichte ist.Aus dem geheimnisvollen Dunkel der Sage, die uns von der Königin von Saba oder Semiramis erzählt, tritt als erste eine ägyptische Herrscherin ins Licht der Geschichte. Hatschepsut regierte sogut oder schlecht wie ihre männlichen Vorgänger und Nachfolger auf dem Thron. Dann war es der Fiskus, der sich für die Frauen interessierte - politisch gemessen wurden Frauen erstmals bei der Steuerzählung des Diokletian im 3. Jahrhundert n. Chr. Die weibliche Lebenskraft hält die Welt zusammen", ahnte der mittelalterliche Gelehrte Alanus von Lille. Fürstinnen nach eigenem Recht, Eleonore von Aquitanien, Isabella von Kastilien oder Elisabeth von England, trugen ihre Kronen mit hoher Kompetenz. Der schottische Reformator John Knox allerdings blies einen Trompetenstoß gegen das ungeheuerliche Weiberregiment" und schrieb seinem Kollegen Johannes Calvin, als Elisabeth I. den englischen Thron bestieg, Frauen seien von der Natur zu Schwachheit, Ungeduld und Torheit verdammt".Für die Mehrheit der Frauen galt jedoch jahrhundertelang - und oft noch heute - die strikte Regel Kinder, Küche, Kirche". Und gab es Lob von den Männern, nannte man Frauen männlich". Doch die Frauen haben immer Macht ausgeübt -hinter den Kulissen. Die Frau eines Ritters musste eine perfekte Managerin sein, die Haus und Hof verwaltete, wenn die Männer - und das waren sie oft - auf Kriegszügen waren. Töchter aus Herrscherhäusern brachten, wenn auch meist nicht die Krone, so doch beträchtliche Ländereien in die Ehe ein, mit denen sie zu wirtschaften wussten. Als gute Verwalterin und Psychologin musste die Äbtissin