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VOM ORDENSSTAND
Nur mit ehrfürchtiger Scheu dürfte dieses Buch aufgeschlagen werden. Es enthält die Namen erlauchtester Kinder der Kirche, Namen von solcher Strahlungskraft, daß nur wenige neben ihnen gleichrangig sind. Aber nicht um ihrer persönlichen Qualitäten willen sind sie hier aneinandergereiht: Basilius, Augustinus, Benediktus, Franziskus, Ignatius. Ihre Träger sind nicht auf Grund natürlicher Genialität so groß, sondern durch ihre Heiligkeit, und Heiligkeit im qualifizierten Sinn ist gleichbedeutend mit Empfang und Annahme übernatürlicher, christlicher Sendung. Qualifizierte Heiligkeit ist ein «Amt» in der Kirche, - ein Heiliger, der für sich selber nach Heiligkeit strebte, nach persönlicher Vollkommenheit um seiner selbst willen trachtete, wäre ein Widerspruch in sich -, Heiligkeit ist Erfüllung einer in der Gemeinschaft der Heiligen sich auswirkenden, vor andern hervorragenden Sendung. Heiligkeit ist darum mehr als Vorbild, sie ist unmittelbarste Quelle der Fruchtbarkeit göttlichen Lebens in Kirche und Menschheit. So sind alle Heiligen Gründer, da von allen neues, fruchtbares Leben in Gott der Gemeinschaft sichtbar oder auch völlig verborgen vermittelt wird. Diese fünf hier aber wurden durch ihre überragende Sendung so sehr zu Quellen, daß aus jedem von ihnen unübersehbare Tausende von neuen HeiÜgen ausströmten: viele weithin kenntlich und kanonisiert, die meisten verhüllt im verborgenen Leben Christi in Gott.
Der elementare Impuls, der, vergleichbar einem Naturereignis, von ihnen ausging, und durch den sie die Väter ganzer Legionen von Kindern durch die Jahrhunderte wurden, Kindern, die alle geheimnisvoll den Stempel und die unverkennbare Ähnlichkeit mit dem persönlichen, in Gott fruchtbaren Geist des Gründers tragen, dieser Impuls liegt so ganz in der Gnadenfülle ilirer übernatürlichen Sendung, daß er sich aus keiner irdischen Kraft persönlicher Suggestion im entferntesten erklären läßt. Er ist eine unsicht-h.ire Wirklichkeit, die sich diese Menschenwesens fast wie
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