Bővebb ismertető
g ö r e III e Frühes Christentum in Anatolien
Von Fritz Hünnemeyer
Im Herzen Anatoliens liegt westlich von Kayseri — dem biblischen Cäsarea — eine seltsame Landschaft. Nähert sich der Reisende diesem Gebiet aus Richtung Nevsehir, ist er überrascht von den bizarren Felsgebilden, die vor ihm auftauchen. Die erosiven Kräfte der Natur haben über Jahrtausende auf weiches Tuffgestein eingewirkt. Dabei haben härtere und widerstandsfähigere Gesteinsbrocken, die dem Tuff untermischt sind, die Erosion so gelenkt, daß ungezählte Pyramiden- und kegelförmige Felsen entstanden sind, die heute diesem Landstrich ihr einmaliges Gepräge geben. Zwischen den Felsen hat der Mensch fruchtbare Wein- und Aprikosengärten angelegt. Die Gunst der Natur und eine glückliche geschichtliche Konstellation haben hier im 4. — 11. Jahrhundert ein christliches religiöses Zentrum entstehen lassen, dessen Wiederentdek-
kung unserer Zeit vorbehalten bleibt. Heute liegt dieses alte Kernland des Christentums, das bedeutende Theologen und Kirchenführer der Frühzeit hervorgebracht hat, u. a. Basilius von Cäsarea (gest. 379), Gregor von Nyssa (331 —394) und Gregor von Nazianz (329 — 390), völlig im Einflußbereich des Islam. Die letzten griechischen Christen haben nach dem griechisch-türkischen Krieg im Jahre 1923 ihre Siedlungen verlassen müssen. So verfallen jetzt die frühchristlichen Schöpfungen in einer Verständnis- und beziehungslosen Nachwelt.
Konstantin der Grosse verhilft mit dem Toleranzedikt von Mailand (313 n. Chr.) dem Christentum zur Anerkennung und schafft damit die Grundlage, daß sich die christliche Botschaft ungehindert und schnell im römischen Weltreich verbreiten kann. Etwa zur gleichen Zeit entsteht
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