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Die Katechismuspredigt hat in der Lutherischen Kirche eine lange Tradition. Wenn nicht alle Zeichen trügen, erwacht für sie in der Christenheit der Gegenwart ein neues Verstándnis. Die Besinnung auf ein Hauptstück des Glaubens, wie es das Gebet des Herrn darstellt, bietet die Möglichkeit, den Menschen von heute mit seinen Fragen und Zweifeln, mit seinen Ángsten und Nöten, mit seinen Hoffnungen und Enttauschungen an die gute Adresse dessen zu verweisen, bei dem er Hilfe für ein sinnerfülltes Leben erwarten darf und sich holen kann. Im Aufblick zu Gott werden wir des Heiles der Welt heute gewifí. Der Kirchenvorstand der Evang.-Luth. Apostelkirdhengemeinde Solln, der die Predigtreihe über das Heilige Vaterunser im Herbst 1976 im Münchener Süden durchführte, erinnerte sich an die Verpflichtung des Internationalen Kongresses für Weltevangelisation in Lausanne (1974): Wir glauben, dafi das Evangélium Gottes gute Nachricht für die ganze Welt ist. Wir sind entschlossen, sein Heil der ganzen Menschheit zu verkündigen. Jesus Christus ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. Es ist auch kein anderer Name, durch den wir gerettet werden. Jetzt ist die Zeit gekommen, ernsthaft für das Heil der Welt zu beten und neue Anstrengungen für die Weltevangelisation zu unternehmen." Die 5. Vollversammlung des ökumenischen Rates der christlichen Kirchen bekráftigte auf ihrer Tagung in Nairobi (Dezember 1975) diesen Aufruf: Wir bekennen uns mutig zu Christus als dem einzigen Heiland und Herrn. Wir vertrauen auf die Macáit des Evangeliums, dafí es alle Kinder Gottes in der Welt befreit und eint. Die Welt fordert, und Gott gebietet, dafí wir die Dringlichkeit erkennen, das rettende Wort heute zu verkündigen." Bei der Gestaltung der Predigtreihe über das Heilige