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Edward Crankshaw - Die Habsburger [antikvár]
 
1 Die Anfänge der Dynastie: Von Rudolf I. bis Friedrich III. Es war etwas Grüblerisches um viele Habsburger; dies unterschied sie von den üblichen Monarchen und trug zur Aura der Macht bei, mit der sie sich umgaben — eine Aura, die weitgehend aus katholischer Bigotterie und kaiserlichem Reaktionsgeist bestand. Tizian hat diesen Zug für immer in seinen Porträts Kaiser Karls V. festgehalten. Karl war eine Zeitlang der mächtigste Herrscher seit den Römern. Er gebot über ganz Mitteleuropa, über Burgund und die Niederlande, den...
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1 Die Anfänge der Dynastie: Von Rudolf I. bis Friedrich III. Es war etwas Grüblerisches um viele Habsburger; dies unterschied sie von den üblichen Monarchen und trug zur Aura der Macht bei, mit der sie sich umgaben — eine Aura, die weitgehend aus katholischer Bigotterie und kaiserlichem Reaktionsgeist bestand. Tizian hat diesen Zug für immer in seinen Porträts Kaiser Karls V. festgehalten. Karl war eine Zeitlang der mächtigste Herrscher seit den Römern. Er gebot über ganz Mitteleuropa, über Burgund und die Niederlande, den Großteil Italiens, über Spanien und die spanischen Besitztümer in der Neuen Welt. Und dennoch schmückte er sich nicht mit den Insignien der Macht. Seine Kleidung war einfach, nach dem Tod seiner Gemahlin trug er nur Schwarz. Er war von unerreichter Hoheit, doch stets bewahrte er seine Menschlichkeit, und seinem Anspruch auf Unsterblichkeit war mit dem Umstand, daß er Tizian, den er besonders schätzte, fünfmal Porträt saß. Genüge getan. Aus diesen Bildern tritt uns ein grüblerischer, komplizierter, starker und doch verwundbarer Mann entgegen, dessen Geheimnis das Gemälde zwar einfängt, aber nicht erklärt. Und in gewissem Sinn wird die Last der ungeheuren Machtfülle, die dieser Herrscher tragen mußte, durch das Fehlen von Pomp und Prachtentfaltung um so erschreckender und furchterregender, ja vielleicht um so widersinniger. Die Ablehnung äußeren Schaugepränges, außer es handelte sich um bestimmte zeremonielle Anlässe, war jahrhundertelang Kennzeichen der Familie. Da war Philipp II. von Spanien, der der Inquisition vorsaß und seine Macht gegen England richtete, ferner der finstere Ferdinand II. von Österreich, der die Gegenreformation anführte und in den Dreißigjährigen Krieg zog - Männer, denen das Schicksal von Millionen Menschen anvertraut war, denen der prunkliebendste Adel der Christenheit huldigte, die ihrem Herrscheramt wie düster gekleidete, gewissenhafte und hart arbeitende Bürokraten nachgingen und inmitten all des Glanzes in mönchischer Einfachheit lebten. Da war Kaiser Leopold I., der im Westen gegen Ludwig XIV., im Osten gegen die Osmanen kämpfte und seine Mußestunden dem Komponieren und Musizieren widmete. Und da war schließlich der letzte große Habsburger, Franz Joseph, der in der Herrlichkeit des Schlosses Schönbrunn auf seinem engen eisernen Feldbett schlief und sich Jahrzehnt über Jahrzehnt an seinem Stehpult abmühte, ein gewaltiges Reich zusammenzuhalten und eine alte Dynastie zu stützen, die beide zwei Jahre nach seinem Tod zusammenbrechen sollten. Derselbe Franz Joseph hatte noch zu Beginn Bau einer Stadt im Mittelalter. Die Siedlung ist rund um den Festungsberg .ingelegt, auf dem in beherrschender Position die Burg steht, wie es in der Frühzeit der Habsburger, als kriegerische Auseinandersetzungen auf der Tagesordnung standen, üblich war.

Termékadatok

Cím: Die Habsburger [antikvár]
Szerző: Edward Crankshaw
Kiadó: Verlag Fritz Molden
Kötés: Vászon
ISBN: 3217003446
Méret: 200 mm x 260 mm
Edward Crankshaw művei
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