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Der erste Schritt
In einem Kanton der heutigen Schweiz, im Aargau, dort, wo die Reuß in die Aare mündet, stehen die Reste einer Burg. Sie hieß ursprünglich Habichtsburg, woraus später Habsburg wurde. Schon im Jahr 1090 nannte sich ein schwäbischer Feudalherr nach der Burg Otto von Habsburg.
Um diese Zeit war die Familie im Herzogtum Schwaben bereits bekannt. Der erste namentlich bekannte Vorfahr war aller Wahrscheinlichkeit nach ein Feudalherr namens Guntram, der um die Mitte des 10. Jahrhunderts lebte und Guntram der Reiche genannt wurde. Sein Besitz war über das Elsaß und über das Gebiet der heutigen Schweiz verstreut. Aus dem Jahr 952 kennt man noch einen Guntram, ebenfalls Grundbesitzer in dieser Gegend, der von Otto I., dem Großen, dem Begründer des Römisch-Deutschen Kaiserreichs, wegen Treulosigkeit eines Teils seiner Güter verlustig erklärt wurde. Wenn diese beiden Guntram identisch sind, läßt sich die Stammreihe der Habsburger noch weiter zurückführen, da nämlich Guntram seine Abkunft von einem gewissen Eticho, einem Vornehmen aus alemannischem Stamm, herleitet. Dieser Eticho starb im Jahr 590, es würde sich also hier tatsächlich um eine sehr alte Familie handeln.
Dies ist aber durchaus nicht sicher. Halten wir uns also an Gii nlram den Reichen, dessen Sohn Lanzelin - Koseform von Lanthold - vier Söhn j hatte. (Reicher Kindersegen wird später in der Geschichte der Habsburger eine häufige Erscheinung sein, aber es kommt auch immer wieder vor, daß nur noch ein oder zwei männliche Mitglieder der Familie leben.)
Ein Sohn Lanzelins namens Werner war nicht mehr bloß Feudalherr, sondern gehörte bereits dem hohen Klerus an. Vom Jahr 1002 an war er Bischof von Straßburg, und er soll es gewesen sein, der die Habichtsburg erbaut hat. Sein Bruder Radbot schloß eine vornehme Ehe (auch auf solche Verbindungen verstehen sich später die Habsburger): Es gelang ihm, die Tochter des Herzogs von Lothringen zu heiraten, obwohl es damals im ganzen Römisch-Deutschen Kaiserreich nur fünf Herzöge gab. Damit gewann Radbot eine sehr vornehme Verwandtschaft. Im Jahr 1035 machte er dem Kloster Muri eine reiche Schenkung. Sein Großvater Guntram war seinerzeit durch eine ähnliche Schenkung bekanntgeworden.
Auch später bemühten sich die Habsburger um vornehme Verwandtschaftsbeziehungen; zu Beginn des 13. Jahrhunderts standen sie in verwandtschaftlichen Be-
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