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Es war bereits hell geworden, doch zumindest dieser Teil der Stadt war noch nicht erwacht. Über den schmucken, hinter kleinen und gepflegten Vorgärten gelegenen Einfamilienhäusern lag noch die Stille der Nacht. Das eine oder andere Garagentor war geöffnet und gab den Blick auf den geschniegelten Bewohner frei, vor den Türen oder auf dem Rasen lagen zusammengerollte Zeitungen, aber das Wohnviertel war noch nicht wirklich erwacht.
In der Stille, die die Nacht zurückgelassen hatte, wirkte das Quietschen des schlecht geölten Fahrrades doppelt laut und auf sonderbare Weise störend. Es durchbrach nicht nur die Gnadenfrist, die der Tag dem Morgen noch gewährt hatte, es paßte nicht hierher. Es war ein Laut, der an rostige Scharniere erinnerte, an Briefkästen mit aufgebrochenen Türen und schmuddelige Liftkabinen mit Zoten an den Wänden, an ölige Finger und den Geruch von schweißgetränkten T-Shirts.
Der Mann, der das Fahrrad mit der quietschenden Hinterachse und dem viel zu großen Anhänger die Straße hinauflenkte, lebte in dieser Welt der aufgebrochenen Briefkästen und überquellenden Müllcontainer, aber er empfand keinerlei Neid oder gar Mißgunst, während er gemächlich in die Pedale trat und abwechselnd nach rechts und links sah, zugleich die Häuser bewimderte und eine bestimmte Adresse suchte.
Der Mann war sehr groß und von kräftiger Statur, man hätte auch dick sagen können. Solomon wünschte sich bei Gelegenheiten wie diesen, wenn er das Rad und den zentnerschweren Werkzeuganhänger mühsam eine Anhöhe hinauffahren mußte, daß er sich emsthafter um eine Diät bemüht hätte.
Aber diese Vorsätze hielten nie sehr lange an; wie überhaupt wenig von dem, was Solomon dachte, lange in seinem Gedächt-