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Die Handschrift des Mister Valentine O. Henry
Ein Wärter liam in die Gefängnisschusterei, wo Jimmy Valentine emsig Oberleder steppte, und führte ihn in das Hauptbüro. Dort übergab ihm der Gefängnisdirektor seinen Entlassungsschein, den der Gouverneur am Morgen unterzeichnet hatte. Jimmy nahm ihn mit einer lässigen Geste in Empfang. Von den vier Jahren, zu denen ihn das Gericht verurteilt hatte, waren beinahe zehn Monate verbüßt. Er hatte geglaubt, allerhöchstens drei Monate dort zu bleiben. Wenn ein Mann wie Jimmy Valentine, der überall seine Freunde hatte, in die „Mühle" gerät, dann ist es kaum der Mühe wert, sein Haar abzuschneiden.
„Nun, Valentine", sagte der Direktor, „morgen früh werden Sie entlassen. Strengen Sie sich an, machen Sie etwas aus sich. Sie sind im Grunde kein schlechter Mensch. Schluß mit dem Geldschrankknacken, leben Sie auf ehrliche Weise!"
„Ich?" fragte Jimmy verwundert. „Warum? Ich habe nie in meinem Leben einen Geldschrank geknackt."
„Nein, nein." Der Direktor lachte. „Natürlich nicht. Wir wollen mal überlegen. Wie konnte es passleren, daß Sie wegen der Springfield-Sache hierher kamen? Vielleicht deshalb, weil Sie kein Alibi vonveisen wollten, um nicht jemanden in der allerhöchsten Gesellschaft zu kompromittieren? Oder ist wieder bloß das gemeine alte Schwurgericht daran schuld? Das eine oder das andere Ist es doch Immer bei euch unschuldigen Opfern." „Ich?" wiederholte Jimmy, noch Immer die Tugend selbst. „Wieso, Herr Direktor, nie im Leben war Ich in Springfield!" „Führen Sie ihn zurück, Cronln", sagte der Direktor lächelnd. „Und verpassen Sie ihm Ausgangskleidung. Öffnen Sie morgens um sieben seine Zelle und bringen Sie ihn zum Entlassungsbüro. Und denken Sie über meinen Vorschlag nach, Valentine."