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Erster Teil
Die Ferien meiner Kindheit verbrachte ich bei den Großeltern in der Schweiz. Meine Mutter brachte mich zum Bahnhof, setzte mich in den Zug, und wenn ich Glück hatte, konnte ich sitzen bleiben und kam nach sechsstündiger Fahrt an dem Bahnsteig an, an dem der Großvater mich erwartete. Wenn ich Pech hatte, mußte ich an der Grenze umsteigen. Einmal saß ich danach weinend im falschen Zug, bis ein freundlicher Kondukteur mir die Tränen trocknete und mich nach ein paar Stationen in einen anderen Zug setzte und dem nächsten Kondukteur anvertraute, der mich auf die gleiche Weise an den übernächsten weitergab, so daß ich von einer Stafette von Kondukteuren ins Ziel befördert wurde.
Ich genoß die Bahnfahrten: das Vorüberziehen der Landschaften und Orte, die Geborgenheit des Abteils, die Selbständigkeit. Ich hatte Fahrkarte und Paß, Proviant und Lektüre, brauchte niemanden und mußte mir von niemandem etwas sagen lassen. In den Schweizer Zügen vermißte ich die Abteile. Dafür war jeder Sitzplatz ein Fenster- oder Gangplatz und mußte ich nicht befürchten, in der Mitte eines Abteils eingezwängt zu werden. Außerdem war das helle Holz der Schweizer Sitze schmucker als das deutsche rotbraune Plastik, wie das Grau der Waggons, die dreisprachige Auf-