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Die Bürgersfrau aus Orléans Diese Geschichte erzáhlt von einer Bürgersfrau, die in Orléans geboren und auch dort aufgewachsen war. Ihr Mann stammte aus Amiens. Er war sehr vermögend, und was Handei und Wucher anbetraf, da verstand er sich auf alle Kniffe und Schliche. Was er einmal in Hánden hatte, blieb bei ihm wohlverwahrt. Nun kamen in die Stadt vier junge fahrende Scholaren, die ihre Beutel wie Halsbánder trugen. Sie waren grófi und kráftig, denn sie afien sehr viel. In der Stadt, wo sie ihre Herberge hatten, waren sie überall geschátzt und beliebt. Einer von ihnen war besserer Herkunft und von feiner Bildung, doch er war weder stolz noch hochmütig. Dieser Scholar ging bei dem Kaufmann ein und aus, und der Frau gefiel eine solche Bekanntschaft gar wohl. Der Mann aber wurde immer nachdenklicher und argwöhnischer, denn allzuoft weilte der Scholar in seinem Hause. Er fürchtete, dafi dieser sich seine Frau durch sein Gebaren oder durch seine Reden gefügig machen würde, sobald er dazu nur Zeit und Gelegenheit fánde. In seinem Haushalt hatte der Mann eine Nichte aufgenommen und aufgezogen. Heimlich rief er diese zu sich und~versprach ihr einen Rock, wenn sie dem Scholaren nachspionieren wolle, wáhrend dieser im Hause sei, und wenn sie ihm dann alles wahrheitsgetreu berichten würde. Der Scholar warb so lange um die Liebe der Bürgersfrau, bis sie schliefilich einwilligte. Das junge Mádchen indessen war nicht müfiig und spitzte eifrig die Ohren, bis es endlich erlauscht hatte, wie die Verabredung der beiden war. Eilends lief es zum Onkel, um ihm alles zu erzáhlen. Die Bürgersfrau hatte ihrem Liebhaber versprochen, dafi sie ihn zu sich rufen liefie, wenn ihr Mann das náchste Mai auf Reisen ginge. Er solle sich dann bei der verschlossenen Gartentür einfinden, durch die sie ihn einlassen wolle, sobald es dunkei geworden sei. Diesen Plan hörte sich der Kaufmann an und war es wohl zufrieden. Bald rief er seine Frau zu sich und sagte zu ihr: