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Die Herzogin von Langeais/Eugenie Grandet [antikvár]

Honoré de Balzac

 
Der Schriftsteller Peytel war zum Tode verurteilt wor- den, weil er seine Gattin umgebracht haben sollte. Honoré de Balzac und Gavarni, der geniale Zeichner und mathematische Grübler, empfingen von dem Verurteilten einen Brief, daß er unschuldig leide und in den Tod werde gehen müssen. Die beiden Künstler gerieten in mächtige Erregung über diesen strittigen Rechtshandel und be- schlossen, den Kameraden aufzusuchen. Sie mieteten eine Kutsche, um landeinwärts zu fahren. Der Kutscher war ein saumseliger Mann. Balzac wollte ihn...
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Der Schriftsteller Peytel war zum Tode verurteilt wor- den, weil er seine Gattin umgebracht haben sollte. Honoré de Balzac und Gavarni, der geniale Zeichner und mathematische Grübler, empfingen von dem Verurteilten einen Brief, daß er unschuldig leide und in den Tod werde gehen müssen. Die beiden Künstler gerieten in mächtige Erregung über diesen strittigen Rechtshandel und be- schlossen, den Kameraden aufzusuchen. Sie mieteten eine Kutsche, um landeinwärts zu fahren. Der Kutscher war ein saumseliger Mann. Balzac wollte ihn anfeuern. Er rief dem Manne auf dem Bock mit Inbrunst zu: ,,Fahre schnell ! Wir haben keine Zeit. Dieser Herr, der an meiner Seite sitzt, verdient an jedem Tag fünfzig Franken, und ich, ich verdiene jeden Tag sogar hundert Franken. Denk' doch, was wir bei jeder Verzögerung verlieren !" Und er erhöhte die versprochene Entlohnung bei jedem Aufenthalt, den der verblüffte Wagenführer sich und seinen abgejagten Gäulen gönnte. Das war Balzac. Was war er noch? Ein kleiner, dicker Mann, mit sehr schönen, schwarzen Augen und einer aufgestülpten Nase. Er war sehr geschwätzig und einem Ladenschwengel nicht unähnlich. Von hinten ähnelte er einer geraden Linie, aus der nur die Waden etwas herausquollen. Von vorn glich er der Hälfte eines Pik-As. Er war ewig dreckig und riß die Augen weit auf, wenn man mit ihm sprach. Er war unbefangen wie ein Junge und setzte die Leute durch Kenntnisse in Erstaunen, die er gar nicht besaß. Er trug stets lächerliche weiße Westen und einen Maurerhut mit blauem Baumwollfutter. Gavarni fragte ihn einmal: „Bal- zac, warum haben Sie keinen Freund?" Balzac: „Einen Freund?" ,,Ja, einen dieser stumpfsinnigen, anhänglichen Spießbürger, der Ihnen die Hände wäscht, Ihnen die

Termékadatok

Cím: Die Herzogin von Langeais/Eugenie Grandet [antikvár]
Szerző: Honoré de Balzac
Kiadó: Deutsches Verlagshaus Bong & Co.
Kötés: Vászon
Méret: 120 mm x 190 mm
Honoré de Balzac művei
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