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D/e Hímmel erzahlen die Éhre Goffes, und die Feste verkündigt seiner Hande Werk. Ein Tag sagt's dem andern, und e/ne Nacht tut's kund der andern.Psalm 19,2/3In jeder klaren Nacht öffnen sich in allén Sternwarten auf unserer Erde die Beobachtungskuppeln, und ungezahlte gröBere und kleinere Fernrohre und Himmelskameras richten sich gegen den Himmel. Die Astronomen, die diese Gerate bedienen, habén der Wissenschaft von den Sternen ihr ganzes Leben gewidmet. Ihr Ziel ist es, die Sprache des Lichtes verstehen zu lernen, das die Sterne aussenden, und aus dem, was das Sternenlicht erzűhlt, sich ein Bild von jener grófién Welt zu machen, die sich aus der Gesamtheit der Sterne aufbaut. Dieses Bild erst gibt dem Menschen Klarheit über seine Stellung im Weltall. lm deutschen Sprachgebrauch verwenden wir das Wort Himmel für zwei von-einander sehr verschiedene Dinge. Der gestirnte Himmel wird von den Astronomen erforscht, der andere ist Gegenstand theologischer, auf das Jenseits gerichteter Betrachtungen. lm Bewufitsein vieler Menschen habén der Himmel der Forscher und der Himmel der Gláubigen auBer dem Wort nichts mehr ge-meinsam, und für viele Erdbewohner existiert nur noch der physikalische Himmel der Astronomie. Wie müssen uns aber über eines klar sein: Die Astronomie ist ein Zweig der Naturwissenschaft, und mit Hilfe der naturwissenschaftlichen Forschung vermögen wir nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtwirklichkeit zu erfassen. Niemand weiG besser als die Astronomen selber, daG das, was sie über den Himmel erzahlen können, nur ein sehr einseitiger Bericht sein kann. So sicher es ist, dafi man die Existenz Gottes niemals mit astronomischen oder physikaJischen Mitteln wird beweisen können, so sicher ist andererseits auch, dafi selbst das einseitige Weltbild der modernen Astronomie an manchen Stellen die Gröf3e, Schönheit und Ordnung der Schöpfung erahnen laBt. Für diejenigen Menschen, die sich einen wachen Sinn für diese Werte bewahrt habén, gehört darum die Beschdftigung mit der Astronomie zum Wertvollsten, was dem Menschen beschieden ist.So weit wir auch die Spuren der Menschheitsentwicklung zurückverfolgen - wir stofien immer wieder auf Versuche des Menschen, sich an Hand von Himmels-beobachtungen ein Bild vom Aufbau unserer Welt zu machen. Die Himmels-kunde ist daher eines der öltesten Gebiete, auf denen sich der Geist des Menschen forschend betatigt hat.Auch die moderne Astronomie, die mit einer bis ins letzte ausgefeilten Beobach-tungstechnik an die Gegenstande ihrer Forschung herangeht, hat sich zum Ziel gesetzt, dem Menschen eine Antwort auf die Frage nach seiner Stellung in der Welt zu geben, eine Frage, die zu den tiefsten Fragen gehört, die der Mensch überhaupt stellen kann und die in den Bereich des Religiösen hinübergreift. Ihre Beantwortung bringt uns zwar keinen materiellen Gewinn, aber sie ist eine der Voraussetzungen für die Selbsterkenntnis des Menschen und für seine Selbst-bestátigung als ein geistiges Wesen.