Bővebb ismertető
Über dieses Buch Öta Filip, der tschechische Fabulierer von Seltenheitswert, hat mit seinem dritten Buch einen bitter-komischen Schelmenroman geschrieben. In der kleinen tschechischen Bergbaustadt Schlesisch Ostrau, dort an der Dreiländerecke, aus der Ota Filip stammt, ereignen sich merkwürdige Geschicke und Geschichten im Wandel der politischen Zeitläufte zwischen 1928 und 1945. Chaotisches würde im Städtchen passieren bei diesem seltsamen Gemisch seiner Bürger aus Tschechen, Polen, Deutschen und Juden, aus Nationalisten, Kommunisten, Opportunisten und Verrätern, wenn es nicht eine gemeinsame Leidenschaft gäbe, nämlich die für die Fußball- und Eishockeymannschaft F.C. Schlesisch Ostrau. Sicher ist es kein Zufall, jedenfalls für den Leser nicht, daß der kleine Held und Erzähler der Geschichte, Lojzek Lapäcek, just in der Stunde am ersten Septembersonntag des Jahres 1928 zur Welt kam, als der F.C. Schlesisch Ostrau nach einem sensationellen Sieg über den F.C. Mährisch Ostrau in die obere Klasse aufstieg. Diese Sternstunde der Geburt und Lojzeks Vater, der Vereinssekretär des F.C., sorgten dafür, daß sich das Leben des mit medialen Kräften begabten Traumtänzers Lojzek von Anfang an eng mit den wechselnden Geschicken der Fußballelf und seiner »Manager« verband. Trickreich wie ein Dribbelkünstler des F.C. läßt sich der kleine verträumte Schweijk durch diese verwirrende Welt treiben, die doppelt kompliziert, gefährlich und unverständlich wird durch die wechselnden politischen Ereignisse, das Kommen und Gehen des Großdeutschen Reiches. Skurrile Typen gedeihen in dieser Stadt - Spiritisten, Taschendiebe, Nationalisten, Heilsverkünder, Kollaborateure, vergrämte und lüsterne Frauen, Geldfälscher, Spekulanten, Funktionäre und die neuen Genossen. Der Fußballklub, so zeigt sich, bildet einen Mikrokosmos in einer Stadt, in der sich wie nirgend und überall Geschäfte, Politik und private Rankünen zu einem schwer durchdringbaren Knäuel verstricken. Aber der kleine Lojzek, vom Mystizismus der Gegend durchdrungen, kann sich, wenn es zu schlimm wird, in Trance versetzen und über Fußballplatz und Stadt dahinfliegen. Für Ota Filip vielleicht der einzige Ausweg aus der Unveränderbarkeit des Allzumenschlichen.