Bővebb ismertető
Vorwort Wer 1930 nach dem Erscheinen der ersten Monographie von Bailey und Cu shing versuchte, die Hirngeschwülste nach den dort enthaltenen Angaben zu klassifizieren, wird diesen Versuch oft nach einiger Zeit enttáuscht aufgegeben habén. Das erklárte sich daraus, daB die genaue histologische Differentialdiagnose der Arten noch fehlte und zunáchst um die Anerkennung der neuen Einteilung gekámpft werden muBte. Die Arbeit war sehr erschwert dadurch, daB es damals noch notwendig schien, auí Grund der Zellform nach Metallimprágnation zu klassifizieren. Und wem die Vorteile einer so genauenUnterteilung nicht táglich immer wieder sichtbar wurden-wie dem Kliniker, für den die Unterarten gleichzeitig die biologische Prognose bedeuteten - der wurde nicht angespornt, die Schwierigkeiten immer wieder zu überwinden. So sind es nur wenig neurochirurgisclie Laboratorien gewesen, die in aller Stille weitergearbeitet habén. Heute ist eine genaue und kritisehe Diagnose nach den in der Allgemeinpathologie üblichen Grundsátzen möglich. Es fehlt aber noch an einer übersiehtlichen Beschreibung der morphologischen Befunde. Das spanische Werk von Del Rio Hortega beruht auf der Zelldiagnostik mit Metallimprágnationen. Der mit ausgezeichneten Bildern ausgestattete Atlas von Roussy-Oberling ist ebenfalls rein histologisch aufgebaut und im Text sehr kurz abgefaBt. Das Kapitel Penfields erschien in einem chirurgischen Sammelwerk, und Baileys ausgezeichnete Neubearbeitung in Penfields Handbuch ist bereits lange vergriffen. In der Darstellung Ostertags steht seiner Absicht gemáfi der Nachweis der dysontogenetischen Entstehung im Vordergrund. Das vorliegende Buch will gleich den erwahnten Werken den Weg zur Klassifikation zeigen; darüber hinaus aber sollen wichtige morphologische und biologische Daten über die Hirngeschwülste zusammengestellt werden. Vorzugssitz, Erkrankungsalter und -háufigkeit, Gestalt, Wachstum und Ausbreitung der Hirngeschwülste, aber auch die Reaktionen des Hirns mitsamt den Formveránderungen und Massenverschiebungen sollen den Neurologen, Röntgenologen und Chirurgen durch die Kenntnis von Art und Sitz der Geschwulst die práoperative Diagnose erleichtern. Der Hauptnachdruck liegt dabei in der Beschreibung der Befunde, die Auswertung dieser auch für die allgemeine Geschwulstlehre wurde zurückgestellt, bis die Ergebnisse unserer Statistik der 3000 Falle auch in den Einzelheiten ausgearbeitet sind. Die Darstellung der Histologie steht raummáBig im Vordergrund. Eine klare Trennung der Arten ist die Voraussetzung für jede weitere wissenschaftliche Bearbeitung auch auf dem Gebiet der Klinik. Durch die ausführliclie Beschreibung der Histologie und Differentialdiagnose sowie der in schwierigen Fállen notwendigen Fárbemethoden soll jedem, der einige Mühe darauf verwenden will, der Weg zur Diagnose der Hirngeschwülste nach der neuen Untergliederung wieder geöffnet werden.