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VORWORT
Beaumiarchais' Lustspiel „Le manage de Figaro" hatte bei seiner Erstaufführung am 27. April 1784 in der Pariser Comedie Française großen Erfolg gehabt. Die Aufführung war von König Ludwig XVL zunächst verboten, dann aber nach mancherlei Zwischenspielen wieder freigegeben worden. Die Erwartungen des Publikums wurden nicht enttäuscht: Es gab Intrigen, spannende Situationen und politische Anspielungen, die edermann verstehen konnte. Als Mozart dem vielgewandten Textdichter Lorenzo da Ponte das Lustspiel zur Bearbeitung für eine komische Oper vorschlug, ging da Ponte gleich auf den Plan ein, und er erreichte audi, daß Joseph II. seine Bedenken gegen die Stofiwahl zurück-ste Ite. Allerdings mußte das Lustspiel Beaumarchais' umt-gestaltet werden. Da Ponte rühmt sich, nicht eine Übertragung, sondern einen Auszug (un estratto) aus dem Lustspiel gebracht zu haben, wobei er die Anforderungen der Musik mit ihren Arien, Ensembleszenen und Chören berücksichtigt habe.* Auch Mozart hat bei der Textgestaltung, wie es seine Gewohnheit war, mitgeholfen, und wenn wir seine Anregungen und Eingriffe auch nur an einzelnen Worten und Auslassungen nachweisen können, so hören wir doch aus vielen Stellen seine führende Hand heraus. Vor allem fiel in der Oper alles Zeitgebundene fort. Es blieb ein heiteres Spiel, das im Gegeneinander und Zueinander verschiedener Charaktere ein Spiegelbild menschlicher Schwächen und den Sieg überlegener Willenskraft zeigt,
* Comedia por música / tratta del francese . . . 1786, Vienna Gius. Nob. de Kurzbeck. „La Poesie e dell'Ab. da Ponte La Música e del Sign. Wolfgango Mozart Maestro di Capeila Te-desco." Vorwort.