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Kapitel einsWie aus Quecksilber lag das Meer, matt und doch glänzend, sil-berüberhauchtes Blaßblau in der Sonne, die sich allmählich den Bergen von AI Mird zuneigte. Im Schatten eines Felsens hockten die beiden Jungens, Mohammed ad Dhib und sein Freund Omar, und trotz Schattens und des leichten Windes, der vom Wasser kam, glühten ihre Wangen. Nicht von Hitze freilich, sondern von der Erregung, die sie bis an den Rand füllte, bis an den Rand der Lippen den Erzählenden, Mohammed, bis an den Rand der Ohren Omar, den Horchenden. Ihre Ziegen, die zu hüten ihre Aufgabe war, hatten sie ganz vergessen, aber Ziegen sind ja kluge Tiere und verstehen es recht gut, sich selbst zu hüten. Zudem war ihnen das Gelände vertraut, denn die Zelte der Ta'amireh standen schon lange Wochen hier am Rande des Whadi Qumrän. Und was geschah dann, Mohammed?" drängte Omar und legte seine schweißnassen Hände auf die Knie des Freundes, der eine genüßliche Pause gemacht hatte.Da sagte Alaeddin zu dem Zauberer, seinem Onkel: ,Nun gut, lieber Onkel, was soll ich tun? Befiehl, und ich gehorche.' ,Das freut mich, mein Junge', erwiderte der afrikanische Zauberer,,daß du dich entschlossen hast. Fasse diesen eisernen Ring hier an und hebe den Stein in die Höhe.' Alaeddin tat, wie der Alte geheißen hatte, und viel leichter, als zu vermuten gewesen war, hob er den Stein und kippte ihn zur Seite. Da lag eine Höhle vor seinen Augen, und an ihrem Ende waren Stufen, die in eine dunkle Tiefe führten. Begierig trat er näher, das Geheimnis der Höhle zu ergründen, aber da kam ihn plötzlich die Furcht an, daß vielleicht Djins darin hausen möchten, böse Geister, und eilig zog er den Fuß zurück, den er bereits auf die oberste der Stufen gesetzt hatte." Plötzlich fiel Mohammed aus dem leichten Singsang des Märchens in den Alltagston. Hast du noch Tabak, Omar? Sonst erzähle ich nicht weiter. Du hast es gut, brauchst nur zuzuhören, aber ich muß mein Gedächtnis anstrengen und meine Zunge. Das siehst au doch wohl ein?"7