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VORWORT
13 as vorliegende Handbuch der katholischen Sittenlehre umfaßt: Band I. Die philosophische Grundlegung (Prof. Dr. Steinbüchel), Band II. Die psychologischen Grundlagen (Prof. Dr. Müncker).
Sodann die Darstellung in zwei Bänden: Band III. Die Idee der Nachfolge Christi,
Band IV. Die Verwirklichung der Nachfolge Christi (Herausgeber), Es ist aus folgenden Überlegungen entstanden: Die katholische Sittenlehre ist erstens eine allgemeine, jeden katholischen Christen in Anspruch nehmende Wissenschaft, nicht eine Angelegenheit allein der Geistlichen und der Seelsorger. Sie hat daher die Aufgabe, das katholische Lebensideal aufbauend in seiner Größe darzustellen und zu begründen. Sie ist Tugendlehre, nicht Sündenlehre. Zweitens ist sie eine Glaubenswissenschaft, die an die göttliche Offenbarung als ihre vorzüglichste Quelle gewiesen ist. Darum hat sie vor allem den religiös-sittlichen Inhalt der Heiligen Schrift zu erfassen und ihn zum gestaltenden Prinzip wie zum Inhalt ihrer Darstellung zu machen. Daraus ergibt sich drittens die Aufgabe, das Verhältnis richtig zu sehen, in dem sie zu den ihr vielfach verwandten Wissenszweigen der Ethik wie der Psychologie steht. Während die herkömmliche Behandlung katholische Sittenlehre, Ethik und Psychologie vermischt, verlangt es die Eigenart der katholischen Sittenlehre als Glaubenswissenschaft, sie zu trennen; Ethik und Psychologie sind als die natürliche Grundlage wie die Vorhalle dem Heiligtum voranzustellen.
Meine Mitarbeiter und ich wissen, daß unser Versuch ein erster Wurf mit all den Mängeln ist, die einem solchen anhaften. Aber wir trösten uns mit dem alten Spruch: in summis voluisse sat est.
Rhöndorf am Rhein, im Oktober 1933
FRITZ TILLMANN