Bővebb ismertető
Vorwort
Die Industrialisierung brachte und bringt für alle Völker und Volkswirtschaften eine mit der vorhergehenden Entwicklung nicht vergleichbare Wandlung von Gesellschaft und Wirtschaft. Die damit verbundenen Änderungen stellen aber keineswegs einen einmaligen, in einem Akt sich vollziehenden Vorgang dar. Vielmehr bedeutet die Industrialisierung den Übergang von einer zwar vorhandenen, aber relativ langsamen Entwicklung zu einer immer intensiveren Wandlung bis in unsere Tage.
Aufgabe dieses Buches soll es sein, den Aufbruch aus der traditionellen, d. h. aus der sich nur langsam entwickelnden Wirtschaft und Gesellschaft in das Industriezeitalter nach den Erscheinungen, nach den wirkenden Kräften und nach den Zusammenhängen darzustellen. Um eine gewisse Übersichtlichkeit zu bewahren und nicht zu sehr von den Einzelheiten des Geschehens abstrahieren zu müssen, erfolgt weitgehend eine Beschränkung auf den mitteleuropäischen Raum, aus statistischen Gründen meistens auf das Gebiet des Deutschen Reiches in den Grenzen bis 1914. Da aber nicht die nationale und die politische Geschichte im Mittelpunkt der Erörterungen stehen soll, wird an vielen Stellen auch auf die sachlich und manchmal auch zeitlich parallelen Erscheinungen in anderen Ländern und Gebieten übergegriffen, damit so die allgemeinen Grundlagen und Kräfte des Industrialisierungsprozesses verdeutlicht und im Wege des Vergleichs die besonderen Bedingungen der mitteleuropäischen Industrialisierungsgeschichte besser herausgearbeitet werden können.
Die zeitliche Begrenzung mit den Jahren 1800 bis 1914 soll nur den angenäherten Rahmen für die Industrialisierungsperiode in Deutschland andeuten. Am Ende des 18. Jahrhunderts waren die wesenthchen Voraussetzungen zur Beseitigung der seit der fränkischen Herrschaft in Deutschland etablierten feudalistisch organisierten Gesellschaft und Wirtschaft in den ländlichen Bereichen geschaffen (Bauernbefreiung). Im städtischen und im nichtlandwirt-