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Vorwort
I
Das Wort Macht reservieren wir, jedenfalls im Deutschen, für i
die Haupt- und Staatsaktionen. Macht schreiben wir Präsi- ^
denten, Generälen und Geheimdiensten zu. Aber Macht wird i
auch von der Besoldungsgruppe All nach unten ausgeübt. I
Macht ist alltäglich. »Macht ist das, mit dem eine Gesellschaft f
sich ordnet, womit sie sich das gewünschte Wesen gibt, sich in ihrer Harmonie einrichtet«, schreibt der junge französische Philosph Bernard-Henri Levy - und er verkündet es wie eine große neue Entdeckung. Die unteren Besoldungsgruppen haben das schon immer gewußt.
Dieses Buch handelt vom politischen Alltag, also vom Umgang mit Macht. Aber es handelt nicht von Staatsgeheimnissen; mit solchen habe ich nichts zu tun. Das Wort von der »Innenausstattung« zielt auf die Motive - auf die Begründungen ebenso wie auf die psychologische Ausstaffierung der Politik. Eine Politik, die die Motive für ihre Entscheidungen nicht mehr verständlich machen kann, müßte über kurz oder lang zur Gewalt Zuflucht nehmen. Ihr zerfiele die Legitimation ihrer Macht unter den Händen; die Leute würden nicht mehr mitmachen.
In den westeuropäischen Industriegesellschaften ist die Legitimation der Macht vorhanden - aber sie ist nicht ungefährdet.
In diesem Buch wird von einer Massenversammlung berichtet, auf der ich im Februar 1978 zu diskutieren hatte. Diese Versammlung - beim sogenannten TUNIX-Kongreß - war durch einen Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt eingeleitet worden; während wir im überfüllten Auditorium maximum der Technischen Universität in Berlin schon debattierten, lieferten sich versprengte Gruppen von