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Das gewaltige stumme Gedicht aus Far be und Licht Meer und Himmel, aus Waldern und Berggipfeln übersteigt die Vorstellungskraft so weit, dafi sie lahmt. LAFCADIO HEARN / TWO YEARS IN THE FRENCH WEST INDIES Über Kuba schrieb Christoph Kolumbus: „Ich habe keinen schöneren Ort je gesehen. Die beiderseitigen FluBufer waren von blühenden, grünumrankten Báumen eingesáumt, die ganz anders aussahen als die heimatlichen Báume. Sie waren von Blumen und Früchten der verschiedensten Art behangen, zwischen denen zahllose, gar kleine Vöglein ihr süBes Gezwitscher vernehmen lieBen." Mánner, die im Bereich des kalten und launischen Nordatlantiks aufgewachsen sind, habén stets mit solchen romantischen Ergüssen auf den Zauber der Antiilen reagiert - auf die leuchtende Barriere aus Gebirgszügen, Vulkangipfeln, Felsen, Klippen, Riffen und Felszacken, die sich in einem weiten Bogén über den Nordosten der Karibik zieht (Karte, S. 18-19). Diese Inselbarriere gegen den rauhen Atlantik erstreckt sich von der Westspitze Kubas 1900 Kilometer weit nach Osten bis zu den Jungferninseln, weitere 800 Kilometer südlich bis zum Nordende Südamerikas und schlieBlich an der Küste Venezuelas entlang noch einmal 800 Kilometer weit nach Westen - eine zauberhafte Inselkette, die Menschenherzen ebenso fest und sicher gefangennimmt, wie sie das Karibische Meer umschlieBt. Vier Jahrhunderte nach Kolumbus kam der amerikanische Schriftsteller und Weltreisende Lafcadio Hearn im Sommer des Jahres 1887 mit dem Schiff m die Karibik und fand die Antiilen so betörend wie eh und je. „Ihr, die ihr nur den Norden kennt, wiBt nicht, was Farbe, was Licht ist", schrieb er in sein Tagebuch, dessen stándiger Refrain lautet: „. . . und immer weht der warme Wind." Spáter beschrieb er eine der Inseln, wie er sie von Deck eines Dampfseglers aus sah: „Hinter den grünen Höhen ragén die blauen auf, und dahinter die grauen - lauter gezackte Silhouetten vor dem Himmelsleuchten,