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Auguste LechnerOdysseusNeun Jahre lang hatten die Griechen die Stadt Troja belagert, im zehnten Jahr gelang es ihnen, mit einer List in die Stadt einzudringen und sie dem Erdboden gleichzumachen. Aber die Götter zürnten den siegreichen Griechen, säten Zwietracht zwischen ihnen und erschwerten ihnen die Heimreise. Vor allem Odysseus war dazu verflucht, lange Jahre auf dem Meer umherzuirren, bis er endlich in seine Heimat Ithaka zurückkehren durfte.Gleich zu Beginn seiner Irrfahrt landet Odysseus mit seinen Gefährten auf der Insel der Kyklopen, der einäugigen Riesen:Als sie näher kamen, sah er, daß sich gerade gegenüber, gar nicht weit von der Küste entfernt, ein mächtiges Felsengewirr erhob. Eine Kluft führte mitten hinein, deren Ränder von Rauch geschwärzt schienen. Lorbeerbäume wuchsen ringsum, und eine Mauer aus Felsblöcken und roh behauenen Baumstämmen umschloß einen großen, ebenen Rasenplatz, der wohl für die Nacht als Hürde diente. Jetzt lag er verlassen in der Sonne, und weitum war kein lebendiges Wesen zu erblicken.Indessen legte das Schiff am Ufer unter einem überhängenden Felsen an, wo man es vom Lande aus nicht sehen konnte, und die Männer griffen nach ihren Waffen, um an Land zu gehen. Aber Odysseus sagte: Nein, ich will nur zwölf von euch mit mir nehmen! Die übrigen mögen auf dem Schiffe bleiben und warten, bis wir zurückkehren. Und er wählte die treuesten und tapfersten unter ihnen aus und ging mit ihnen landeinwärts fort. Die Männer nahmen nur ihre Schwerter mit sich, Odysseus aber hängte sich noch einen Sack mit Brot und Fleisch über die Schulter und einen ledernen Schlauch voll roten Weines, den ihm zu Is-maros der Priester Apollons geschenkt hatte, zum Dank dafür, daß er ihm das Leben gerettet. Der Wein war süß und schwer wie keiner sonst, und Odysseus meinte, er könnte ihnen vielleicht noch recht nützlich werden.Sie gingen jetzt, sorgsam nach allen Seiten spähend, auf die Felsen5