Bővebb ismertető
Sie hatte eine Stimme gehört. Eine weit entfernte, sehr leise,sehr fremde Stimme.Die sickerte langsam in ihr Bewußtsein, in ihren leichtenSchlaf, erzeugte dort eine unerklärliche Unruhe und ver-scheuchte irgendwelche bizarren Traumbilder, die sie ebennoch mit Trauer erfüllt hatten und mit Entsetzen.Die Stimme kam näher, zögernd, und brach sich zwischenden Mauern des Hofes.Sharon verstand einzelne Silben, Wörter, Fragmente vonSätzen, aber sie erkannte keinen Sinn.Ein Mann sprach eindringlich, verhalten, gedämpft. Ersprach nahezu pausenlos, atemlos. Es war eine Suada derÜberredung.Und der Mann sprach Deutsch.Deutsch war auch ihre Sprache, die Sprache der Kindheit,die Sprache der Ferien. Es war die Sprache ihres Vaters.Und dies war das Haus ihres Vaters: Also ein Gast,Geschäftsfreund, Besuch aus Deutschland. Woher kam dieseUnruhe, diese so unbegründete Ahnung einer Bedrohung?Der Mann, der Deutsch sprach, so eindringlich, so verhaltenund gedämpft, war näher gekommen, Schritt um Schritt undstand schließlich direkt unter ihrem geöffneten Fenster.Sharon war plötzlich hellwach. Sie spürte das Blut in ihrenOhren pochen und öffnete die Augen.Die alles überstrahlende Helle eines portugiesischen Som-mermorgens drang zusammen mit dieser fremden Stimmedurch die nur halbgeschlossenen Läden, die bis zum Fußbodenreichten, und erfüllte das kleine Zimmer mit blendenden Licht-mustern und Kontrasten.Dann hörte sie ein vertrautes Lachen, das den Redefluß desFremden übertönte. Ein unterdrücktes, leises spöttischesLachen als Versuch des Widerspruchs, des berechtigten Ein-wands, eine Art Abgrenzung, eine Schranke gegen die sugge-stive Überredungskunst dieses Fremden.