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EINLEITUNG.
Ein Weilchen, nachdem die Erde zur Ruhe gekommen, alle Wesen an der richtigen Stelle waren und auch Walhall und Olymp und der Himmel verteilt war, da drängte sich zu des Thrones Stufen ein Kobold, in der dunkelsten Windecke der Erde heimhch geboren: die Satire. Furchtlos und keck setzte sie sich zu der gewaltigen Götter Füßen und weckte bald den einen, bald die andere durch verborgenen Nadelstich aus himmlischer Ruhe. An des Kleinen Frechheit prallten ab Wodans Hammerschläge und Apolls Pfeile, und selbst der Venus holdseligstes Lächeln versagte. Doch allmählich gewöhnte man sich an des höhnischen Halbgotts Stiche, zumal da durch den häufigen Gebrauch seine Waffen sich stumpften. Wie das der Kobold merkte, wurde er traurig und nachdenklich. Plötzlich erhob er sich leise, wandte sich erdenwärts und holte sich aus der schon eben erwachten Kunstwerkstätte einen Bundesgenossen. Ihn nahm er bei der Hand, und sie schlichen zu des Zeus Tempel; die Kunst malte schnell eine Fratze, ein bißchen seitwärts noch und verstohlen, aber der Kobold schrieb mit großer Schrift darunter: Zeus ist ein Esel, und siehe da — die erste Karikatur war geschalfen.
Dies Trotzbündnis der darstellenden Kunst und der spottenden Dialektik hielt seit jener Märchenzeit fester, wie es sonst Bündnisse zu tun pflegen; ja seine Walfenbrüderschaft war allseits begehrt. Manchmal freilich schien es zu schlafen, wenn elementare Sorgen und der Kampf um das bißchen Leben die Menschen quäken. Aber klatschend fiel Hieb auf Hieb, wenn Lebensgenuß und wohlhabender Friede den schläfrigen Menschenwitz einzulullen drohte und die Freude am Geschaffenen die Freude am Schaffen erstickte. Dann schlugen sich beide auf die Götterseite und zeigten den Großen der Erde ihre
Holländer, Die Karikatur und Satire in der Medizin. '