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DIE KARTHESIANISCHE METAPHYSIK UND DIE PROFANISATION DER PHILOSOPHIE I. (Descartes und die Welt der Substanzen) GYULA MUNKÁCSY Lehrstuhl für Philosophiegeschichte, Philosophische Fakultát der Loránd Eötvös Universitát Budapest Die Entfaltung des neuzeitlichen philosophischen Denkens kann ohne die Berücksichtigung der historischen Rolle der - auch die philosophische Prásenz" der Religion andeutenden - spáten scholastischen und profán rationalistischen Metaphysiken kaum verstanden werden. Nicht nur, weil die Philosophie langfristig - unter anderem - nur durch die Bekámpfung, durch die historische, kritische Überwindung gerade dieser Metaphysiken gegenüber der Theologie selbstándig werden konnte. Ein mindestens ebenso wichtiger - obwohl nicht immer im erforderlichen MaBe berücksichtigter - Fakt ist, daB die sich sowohl in ihrem Inhalt als auch in ihrer Funktion wandelnde Metaphysik unter bestimmten historischen Umstánden (in erster Linie in der Phase der Entfaltung des autómén philosophischen Denkens nach dem Mittelalter) vorübergehend auch in positivem Sinne am ProfanisationsprozeB teilhatte.1 In welchem MaBe wurde und in welchem Sinne konnte die Metaphysik überhaupt zum Schauplatz" der in die Richtung der Autonomie der Philosophie weisenden Kámpfe werden ? War sie als eine ihr ursprüngliches Wesen, ihre unrsprüngliche Struktur bewahrende áuBere Begleiterin in den Jahrhunderten der Entstehung der neuzeitlichen Philosophie, besonders im 17. Jahrhundert, in der philosophischen Betrachtungsweise von Descartes und Leibniz anwesend? Oder war ihre Rolle bedeutender? Erfuhr sie vielleicht selbst wesentliche strukturelle, inhaltliche Wandlungen? Und wenn ja, wie tief berührteil die Veránderungen ihr Wesen und ihr ursprünglich innerliches, zugleich aber untergeordnetes Verháltnis zur Religion? Auf den ersten Blick will scheinen, daB wir bei der Beschreibung des von uns angenommenen Rollenwechsels der Metaphysik, und ihrer innerer strukturellen Umwandlung auf die Vorgeschichte im Altertum zurückgreifen, die Geschichte der Philosophie des Mittelalters ausführlich überblickten müBten, andererseits es aber genügte, gestützt auf die Quellen und auf die umfangreiche Literatur, aufgrund irgendeines traditionellen oder als neu angenommenen Prinzips die sehon bekannten Fakten neu zu gruppieren.