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DIE KARTESIANISCHE METAPHYSIK UND DIE PROFANISATION DER PHILOSOPHIE. II.Die Welt des positiv Unendlichen"GYULA MUNKÁCSYLehrstuhl für Philosophiegesohichte, Philosophische Fakultät der Loránd EötvösUniversität BudapestWir können in der Begriffstruktur der Metaphysik weitgehende Veränderungen beobachten, wenn wir einige begriffliche Zusammenhänge der kartesianischen Philosophie weiter verfolgen.Koyre berührt bezeichnende Elemente der Umordnung der philosophischen Denkweise, wenn er auf die wesentlichen Abweichungen aufmerksam macht, die bei der Interpretierung des Begriffs des Unendlichen und des Prinzips des Fortschreitens" bzw. der Rückkehr ins Unendliche" (progressus, regressus in infinitum) zwischen Thomas von Aquin und Descartes beobachtet werden können.1 Diesen zufolgeläßt Descartes im Verhältnis zu Thomas von Aquin die Möglichkeit der Rückkehr ins Unendliche in einem weiteren Sinne zu;erarbeitet er einen Begriff des Unendlichen, der dieses mit dem die Welt der erschaffenen Seienden" in ihrer endlichen Geschlossenheit zu einer kontingenten Totalität qualifizierenden mittelalterlichen Weltbild nicht lediglich verbindet, sondern ihn von diesem auch abgrenzt.Das kartesianische ,, Unendliche" im Kontrast thomistischerBedeutungenVon welcher herausragenden Bedeutung Descartes in der Geschichte des Begriffes des Unendlichen ist und welche ausgezeichnete Rolle dieser Begriff in seiner Philosophie spielt, darauf braucht man nicht gesondert einzugehen. Es soll lediglich so viel erwähnt werden, daß bei der Herausbildung des kartesianischen Begriffs vom Unendlichen das mathematische Genie von Descartes eine besonders große Rolle gespielt hat. Gewiß ist aber auch, daß dies nicht ausschließlich mit mathematikhistorischen Motiven erklärt werden kann. Besonders seit den Forschungen von Gilson und Kovre sind die durch die Vermittlung von Bérulle und Oibieuf auch in dieser Beziehung gültigen neoplatonischen Wirkungen offensichtlich. Auch die1 A. Koyré, Descartes und die Scholastik, Bonn, 1971.