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Kapitel I
LISABETH WARF EINEN STBENG PRÜFENDEN
Blick auf das neue Stubenmádchen, das mit dem Tee-brett hereinkam. Das Mádchen merkte es und wurde ver-legen. Es errötete und setzte eine schmollende Miene auf. Dumm, dachte Elisabeth.
«Bist du mit ihr zufrieden?» fragte sie, als das Madchen gegangen war.
«Das weiB ich noch nicht.» Fanny Koger schenkte den Tee ein und reichte Elisabeth eine Tassé. «Ihre Zeugnisse sind maBig, aber sie verlangt nur sechzig Kronen im Mo-nat.»
Fanny schob ihrer Verwandten die Schüssel mit den Kuchen hin. «Nimm den mit der rőten Creme »
Elisabeth hatte bereits ihre schmale, blaugeáderte Hand ausgestreckt, um einen der Kuchen mit roter Creme zu nehmen. Doch sie besann sich eines anderen und wáhlte statt dessen ein unansehnliches Gebiick, das einzige, dem jegliche Anziehungskraft für Auge und Gaumen zu fehlen schien.
«Du könntest auch mehr zahlen», sagte sie.
«Natürlich könnte ich», antwortete Fanny, «aber wie du weiBt, ist das gegen meine Grundsatze.» Und sie fuhr in ihrem klaren, deutlichen, überzeugenden Tonfall fort: «Es wáre unkonsequent von mir, für ein vernünftiges Lohnniveau zu arbeiten und gleichzeitig meinen eigenen Dienstboten Phantasielöhne zu bezahlen. Findest du nicht auch?»