Bővebb ismertető
Vorwort
Der Aufbau und Stil dieses Buches sind in großem Maße von zwei Gegebenheiten bestimmt worden. Einmal fügt sich dieser Band in die Gesamtreihe der Weltbild Weltgeschichte ein, was die umfangmäßige Begrenzung der Darstellung und die Abstimmung des Stoffes auf die in den anderen Bänden behandelten Themen notwendig machte. In den meisten Fällen konnten deshalb nur die wesentlichsten Entwicklungen skizziert werden, und der den einzelnen Kolonialreichen und den Epochen der Kolonialgeschichte gewidmete Raum sagt deshalb noch nichts über die grundlegende Bedeutung aus, die ihnen in der zeitgenössischen Betrachtung jeweils zugekommen ist. Die spanischen und portugiesischen Kolonien in Amerika können deshalb nur eine verhältnismäßig kurze Würdigung erfahren, und die Geburt der nationalistischen Bewegungen in Afrika und Asien wird nur am Rand berührt. Zweitens stellte sich das Problem, einen Überblick über Kolonialreiche zu geben, die im Laufe der Entwicklung nicht weniger als 85^/0 der Erdoberfläche umfaßten. Dies konnte nur unter ganz bestimmten Gesichtspunkten geschehen, die naturgemäß der Methode der Darstellung Rechnung tragen mußten, andererseits aber die besonderen Interessen des Autors widerspiegeln. Die Kolonialreiche waren künstlich zusammengefügte Gebilde, so daß der Autor vor der Wahl stand, entweder die ihnen gemeinsamen organischen Strukturelemente herauszustellen, oder aber die Vielfalt der Gesellschaftsordnungen zu beschreiben, die nur das gemeinsame Kennzeichen aufwiesen, daß sie in einer Phase des Überganges einer fremden Herrschaft unterworfen waren. Die Kürze des verfügbaren Raumes und meine eigenen beschränkten Kenntnisse ließen es nicht zu, jede Kolonialgesellschaft im einzelnen darzustellen. Es blieb deshalb nur die Möglichkeit, von einer rein auf Europa bezogenen Betrachtungsweise auszugehen und in den Kolonialreichen eine Ausdrucksform des Wirkens der Europäer in Übersee zu sehen. Aber selbst diese Methode machte es notwendig, eine Auswahl zu treffen und bedeutsame Aspekte der Kolonialgeschichte, z. B. die Rolle der christlichen Missionen und die kulturellen und sozialen Einflüsse der Fremdherrschaft auf die abhängigen Völker, zu vernachlässigen. Ich bin hier in erster Linie von der Voraussetzung ausgegangen, daß die Kolonialreiche auf Macht und Autorität beruhten. In sich gesehen bildet eine historische Studie, die darstellen soll, in