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Die Komteß und der Herr MajorRoman von Claudia TorweggeFrau Gräfin! Frau Gräfin!Aufgeregt klang die Stimme der sonst recht behäbigen, durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Kam-meijungfer.Ja, Tilde, was ist denn?Die Gräfin hatte allen Grund sich zu wundern. Denn Tilde gehörte zu den gelassenen Menschen, die ihre Herrin um sich bevorzugte. Und in der Tat, Tilde war sehr rundlich, sehr gemütlich anzusehen in ihrem schwarzen Kleid mit der appetitlich weißen Schürze und dem gestärkten Häubchen auf dem welligen weißen Haar. Die Schloßbewohner kannten sie nicht anders als mit einem immer strahlenden Gesicht, Die Bezeichnung Kammeijungfer wollte eigentlich gar nicht zu ihr passen.Im Augenblick aber hatte Tilde die Ruhe verlassen. Sie war in ihrem langen Dienstleben zum erstenmal ins Boudoir ihrer Herrin hineinge-stürmt, in dem die Gräfin mit ihrem zauberhaft jungen und hübschen, Pa-tenkind, der Komteß Juliette von Hohenzoll, über einem Petit-Point-Stickrahmen saß.Frau Gräfin - der Herr Mä* jor , stieß die Gute atemlos hervor. Der Herr Major Er kam soeben die Auffahrt hinauf.Mehr brauchte die Tilde nicht zu erklären. Die würdige Frau Gräfin sprang kein bißchen langsamer auf als die quicklebendige Juliette, nur mit dem Unterschied, daß Juliette schneller aus der Tür heraus war.Rasch, Tilde, sorgen Sie dafür, daß die Räume des Herrn Major in Ordnung gebracht werden. Und denken Sie auch daran, daß die Abende noch immer kühl sind. Der Bert soll im Kamin ein Feuer anmachen.Auch in dem innersten Aufruhr behielt die Gräfin die Übersicht.